Ayurveda & die wundervollen Backwaters 

Nach einer langen, langen Fahrt wachen wir morgens in Kovalam am Meer auf. Ich bin total verkühlt, Kopfweh, Husten, Schnupfen, Halsweh… total verschleimt. Die Klimaanlage und der Stress der letzten Woche macht sich bemerkbar. Also gehen wir den Tag mal gemütlicher an. Julia und ich gönnen uns eine Ayurveda Massage und bekommen unseren Ayurveda Typen bestimmt. Anhand der Pulsmessung (er fühlt einfach nur mit der Hand unseren Puls) erklärt uns der Herr dort, welchen Typen der Drei (Vata, Pitta, Kapha) am stärksten ausgeprägt ist und was das heißt. Bei mir sagt er ich habe am stärksten den Vata Typ.

 

Der Vata Typ ist sensibel, künstlerisch und hat sensitive Fähigkeiten. Eine schnelle Auffassungsgabe aber neigt zu „overthinking“ und Schlafproblemen. Vata Typen sind schnell und körperlich und geistig immer aktiv. Vatas sind neugierig und haben das Bedürfnis sich zu bewegen (tänzerisch, spielerisch und in der Natur). Ideenreichtum, Bewegungsfähigkeit, Kreativität und starke Kommunikation zählen zu den Stärken der Vatas. Die Freude an Neuem lässt Vatas ihr Leben mit Veränderungen bereichern, sie sind besonders reiselustig und sie haben immer mehrere Projekte gleichzeitig am laufen. Dies führt oft zu Überlastung, schützt aber vor Langeweile und Routine. Vatas reagieren oft psychosomatisch auf Stress, neigen zu overthinking und haben oft kalte Füße und Hände. Wichtig für Vatas ist, mehr Routine in den Alltag bringen, Meditation, warmes Essen, vorallem langsames Essen, in Ruhe, ohne Ablenkung. Massagen und Bäder, mehr Zeit für sich selbst nehmen, nicht zuviel auf die Bedürfnisse der Anderen konzentrieren. Essen sollte süß, salzig und sauer sein. Bitter und scharf sollte man vermeiden. DAS Vata Gewürz ist der Ingwer.

Suuuuuuper interessant und obwohl man ja alle Typen in sich hat, seh ich mich tatsächlich total im Vata Typ. Interessant vorallem, dass die Tipps die ich bekommen habe, genau die Erkenntnisse sind, die mir auf der Reise so stark bewusst geworden sind.

Wir schlendern durch die Gassen Kovalams und Julia und Laurent lassen sich von den Wellen an den Strand spülen.

Am Abend müssen wir nochmal Quartier wechseln, alles ausgebucht hier. Am nächsten Morgen gehts dann nach Varkala, ein mystischer Küstenort mit beeindruckenden Klippen weiter nördlich. Ich bin mittlerweile so angeschlagen, dass ich mit Kopfweh den Nachmittag im dunklen Zimmer verbringen muss. Die andern Zwei erkunden Varkala.

Abends Essen wir im Soulfood Restaurant mit Open Air Kino. Wir sehen eine Doku über einen britischen Surfer, der um die Welt reist und die Surfcommunity dokumentiert. Er war selbst anwesend und hat uns einiges zu seinen Reisen erklärt. Super spannend, aber mein Kopfweh lässt leider nicht nach…

Am nächsten Tag ist der letzte Tag des Jahres 2017, es geht früh morgens zu der Fähre nach Kollam. Wir fahren in 8 Stunden von Kollam über die unzähligen Backwaters (Flüsse und Seen) rauf nach Allepey. Die Fahrt ist sooooo beeindruckend! Sooo tolle Farben, die Natur explodiert förmlich, ganz viele verschiedene Vogelarten und das Leben der Menschen am Wasser ist sooo spannend. Die Menschen am Ufer und in den vorbeigleitenden Booten winken uns zu und rufen „Happyyy new yeeeeaaar“.

Außerdem tut uns diese Ruhe am Boot sooo gut, wir dösen in der Sonne ein. Julia ist mittlerweile auch verschnupft und angeschlagen. Wir genießen die Fahrt total!! Für Laurent und mich sehr wohltuend um runterzukommen, zu reflektieren und uns seelisch auf das Heimkommen vorzubereiten.

Abends machen wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant, was garnicht so leicht ist, da in den meisten Silvester Galadinner um 5000-7000 Rupee (über 50 Euro) pro Person stattfinden. Nach längerer Suche finden wir doch noch was nettes, erschwingliches am Strand. Dafür gönnen wir uns die billigste Flasche Wein auf der Karte Karte um 25 Euro und führen unsere neuen indischen Kleider aus.

Mitternacht stehen wir am Strand mit gefühlt 1000 schreienden und singenden Indern, lassen rote Herzluftballons steigen und bewundern das kleine Feuerwerk.

Ganz komisches Gefühl, so weit weg (und vorallem 4.5 Stunden früher) als unsere Liebsten, ins neue Jahr zu starten. Aber wir haben fest an euch gedacht!!!

 

Am Neujahrstag machen wir eine entspannte Bootsfahrt mit einem kleinen Boot durch die Backwaters von Allepey. Ich könnte stundenlang auf dem Wasser durch diese wundervolle Landschaft schippern.

95% der Touristen die hier herkommen, machen einen Hausbooturlaub. Die Hausboote sehen wundervoll aus!!! Wir lesen, dass durch diesen starken Zuwachs des Toursmus in den letzten 20 Jahren 150 Vogelarten ausgestorben sind und das Wasser verdreckt wird. Hoffentlich bleibt/erholt sich dieses Paradies… es wäre sooooo schade drum!!!

2 Kommentare zu „Ayurveda & die wundervollen Backwaters “

  1. Ich wünsche euch Lieben ein gutes neues Jahr & freu mich schon sehr, wenn ihr wieder da seid 🙂

    P.S. Dass du ein Vata-Typ bist würd ich zu 100% unterschreiben 😉

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