Time to say Goodbye

Nun ist es soweit. Heute fliegen wir heim. Unser unglaubliches Abenteuer endet nun. Aber es fühlt sich nicht nach einem Ende an, die Reise die innerlich stattgefunden hat geht weiter.

 

Wir fühlen uns noch nervöser und kribbeliger als vorm Abflug. Heimfliegen nach so einer langen Zeit, ist so ein schräges Gefühl. Wir treten nun die letzte Reise an, das letzte mal ins Flugzeug einsteigen…

 

Diese Reise, die uns drei Monate durch 4 Länder führte, hat alle unsere Wünsche und Träume erfüllt. Wir sind überwältigt.

Mir fehlen die Worte…

Danke Universum fürs „möglich machen“ dieser wunderbaren Zeit, mit allen Höhen und Tiefen. Danke Mother Nature für diesen wundervollen Planeten.

 

Was bleibt sind ca. 5000 Fotos, noch viel mehr Bilder im Kopf, 2 Rucksäcke und 2 Taschen voll mit Erinnerungen, neue Erkenntnisse, ein Reiseblog mit vielen niedergeschriebenen Erlebnissen und Gedanken und noch viel mehr im Kopf. Und ein leeres Konto. 😂
Wir werden unser ganzes Leben an dieses Abenteuer zurück denken. Es war jeden Cent und jede Qual wert. Es hat uns Zwei noch mehr zueinander geführt… wir haben nun drei Monate fast ausschließlich 24/7 gemeinsam verbracht. Ohne Stress und Streit (abgesehen von ein paar Zickereien beim Moped fahren. haha). Harmonie pur. Klingt kitschig, ist aber tatsächlich so. Was für ein Glück.

Mein Reisetattoo. Drei Monate. Drei Streifen.

Der erste Streifen war in Nepal, hier steht in Sanskrit auf Nepali: Jara & Phaketa – Roots and Wings – Wurzeln und Flügeln. Meinen Eltern gewidmet, dass sie mir diese Stärken mit auf meinen Weg gaben.

Der zweite Streifen ist aus Kambodscha. Hier steht auf Khmer: connected – verbunden. Meinen Freunden, Seelenschwestern und Seelenbrüdern gewidmet. Für unsere Verbundenheit.

Der dritte Streifen ist aus Indien. Die Lotusblüte ist die Nationalblume von Indien. Sie wächst in schlammigen Gewässern und strahlt in vollkommener Schönheit. Sie steht für einen klaren Geist und eine reine Seele. Sie steht für mich und meine innere Reise.

Das bleibt für immer. Und noch so viel mehr.

Time to say goodbye. Wir freuen uns sooooo auf Zuhause und unsere Lieblingsmenschen!!! Soo nervös. Bis bald…. in Echt. 💕✈

Ayurveda & die wundervollen Backwaters 

Nach einer langen, langen Fahrt wachen wir morgens in Kovalam am Meer auf. Ich bin total verkühlt, Kopfweh, Husten, Schnupfen, Halsweh… total verschleimt. Die Klimaanlage und der Stress der letzten Woche macht sich bemerkbar. Also gehen wir den Tag mal gemütlicher an. Julia und ich gönnen uns eine Ayurveda Massage und bekommen unseren Ayurveda Typen bestimmt. Anhand der Pulsmessung (er fühlt einfach nur mit der Hand unseren Puls) erklärt uns der Herr dort, welchen Typen der Drei (Vata, Pitta, Kapha) am stärksten ausgeprägt ist und was das heißt. Bei mir sagt er ich habe am stärksten den Vata Typ.

 

Der Vata Typ ist sensibel, künstlerisch und hat sensitive Fähigkeiten. Eine schnelle Auffassungsgabe aber neigt zu „overthinking“ und Schlafproblemen. Vata Typen sind schnell und körperlich und geistig immer aktiv. Vatas sind neugierig und haben das Bedürfnis sich zu bewegen (tänzerisch, spielerisch und in der Natur). Ideenreichtum, Bewegungsfähigkeit, Kreativität und starke Kommunikation zählen zu den Stärken der Vatas. Die Freude an Neuem lässt Vatas ihr Leben mit Veränderungen bereichern, sie sind besonders reiselustig und sie haben immer mehrere Projekte gleichzeitig am laufen. Dies führt oft zu Überlastung, schützt aber vor Langeweile und Routine. Vatas reagieren oft psychosomatisch auf Stress, neigen zu overthinking und haben oft kalte Füße und Hände. Wichtig für Vatas ist, mehr Routine in den Alltag bringen, Meditation, warmes Essen, vorallem langsames Essen, in Ruhe, ohne Ablenkung. Massagen und Bäder, mehr Zeit für sich selbst nehmen, nicht zuviel auf die Bedürfnisse der Anderen konzentrieren. Essen sollte süß, salzig und sauer sein. Bitter und scharf sollte man vermeiden. DAS Vata Gewürz ist der Ingwer.

Suuuuuuper interessant und obwohl man ja alle Typen in sich hat, seh ich mich tatsächlich total im Vata Typ. Interessant vorallem, dass die Tipps die ich bekommen habe, genau die Erkenntnisse sind, die mir auf der Reise so stark bewusst geworden sind.

Wir schlendern durch die Gassen Kovalams und Julia und Laurent lassen sich von den Wellen an den Strand spülen.

Am Abend müssen wir nochmal Quartier wechseln, alles ausgebucht hier. Am nächsten Morgen gehts dann nach Varkala, ein mystischer Küstenort mit beeindruckenden Klippen weiter nördlich. Ich bin mittlerweile so angeschlagen, dass ich mit Kopfweh den Nachmittag im dunklen Zimmer verbringen muss. Die andern Zwei erkunden Varkala.

Abends Essen wir im Soulfood Restaurant mit Open Air Kino. Wir sehen eine Doku über einen britischen Surfer, der um die Welt reist und die Surfcommunity dokumentiert. Er war selbst anwesend und hat uns einiges zu seinen Reisen erklärt. Super spannend, aber mein Kopfweh lässt leider nicht nach…

Am nächsten Tag ist der letzte Tag des Jahres 2017, es geht früh morgens zu der Fähre nach Kollam. Wir fahren in 8 Stunden von Kollam über die unzähligen Backwaters (Flüsse und Seen) rauf nach Allepey. Die Fahrt ist sooooo beeindruckend! Sooo tolle Farben, die Natur explodiert förmlich, ganz viele verschiedene Vogelarten und das Leben der Menschen am Wasser ist sooo spannend. Die Menschen am Ufer und in den vorbeigleitenden Booten winken uns zu und rufen „Happyyy new yeeeeaaar“.

Außerdem tut uns diese Ruhe am Boot sooo gut, wir dösen in der Sonne ein. Julia ist mittlerweile auch verschnupft und angeschlagen. Wir genießen die Fahrt total!! Für Laurent und mich sehr wohltuend um runterzukommen, zu reflektieren und uns seelisch auf das Heimkommen vorzubereiten.

Abends machen wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant, was garnicht so leicht ist, da in den meisten Silvester Galadinner um 5000-7000 Rupee (über 50 Euro) pro Person stattfinden. Nach längerer Suche finden wir doch noch was nettes, erschwingliches am Strand. Dafür gönnen wir uns die billigste Flasche Wein auf der Karte Karte um 25 Euro und führen unsere neuen indischen Kleider aus.

Mitternacht stehen wir am Strand mit gefühlt 1000 schreienden und singenden Indern, lassen rote Herzluftballons steigen und bewundern das kleine Feuerwerk.

Ganz komisches Gefühl, so weit weg (und vorallem 4.5 Stunden früher) als unsere Liebsten, ins neue Jahr zu starten. Aber wir haben fest an euch gedacht!!!

 

Am Neujahrstag machen wir eine entspannte Bootsfahrt mit einem kleinen Boot durch die Backwaters von Allepey. Ich könnte stundenlang auf dem Wasser durch diese wundervolle Landschaft schippern.

95% der Touristen die hier herkommen, machen einen Hausbooturlaub. Die Hausboote sehen wundervoll aus!!! Wir lesen, dass durch diesen starken Zuwachs des Toursmus in den letzten 20 Jahren 150 Vogelarten ausgestorben sind und das Wasser verdreckt wird. Hoffentlich bleibt/erholt sich dieses Paradies… es wäre sooooo schade drum!!!

Was ich gelernt habe

Auch ich reflektiere ein bisschen über meine Erkenntnisse und unsere Erlebnisse und möchte ein paar Gedanken festhalten. 

  • ich habe gelernt, dass ich nie auf einer kleinen Insel leben könnte. So wie Koh Samet in Thailand oder Koh Rong in Kambodscha. Mir ist das zu eng, zu beschränkt, zu wenig Platz irgendwie. Lustigerweise waren die Auswanderer die wir auf diesen Inseln kennengelernt haben, auch alle von kleinen britischen Inseln. Also es scheint, als würde es Inselbewohner die auf kleinen Inseln aufwachsen – auch wieder auf solche Miniinseln ziehen.  
  • rasieren, schminken, Nagellack, usw. ist für mich nicht notwendig um glücklich zu sein und mich wohlzufühlen. Das klingt vielleicht komisch, aber das ist tatsächlich eine große Erkenntnis für mich, da ich doch immer auf mein Äußeres achte und es einfach gewohnt bin. Ich muss aber auch dazu sagen, das Gefühl nach einer längeren Pause mich wieder zu schminken, meine Haare zu waschen und zu entfilzen und gut duftend mich hübsch zu machen, ist dann doppelt so schön! 
  • eine große und wichtige Erkenntnis für mich ist, dass ich unbedingt mehr auf meine innere Stimme hören muss. Meinem Gefühl zu vertrauen und nicht zu hart zu mir selber zu sein. Ich hab öfter mit Entscheidungen gehadert, weil ich mir ja vor Monaten diesen Plan ausgedacht habe, und den dann zu ändern, war für mich oft nicht so leicht. Aber ich darf das. Ich darf etwas uncool finden, ich darf mich nicht wohl fühlen und ich darf auf mein Gefühl vertrauen. Ohne, dass ich mich dafür selbst verurteile oder jemand anderes das tut. Und wenn mich jemand dafür verurteilt oder das nicht versteht, dann muss es mir am A**** vorbei gehen. 
  • Silvercream hilft gegen alles! Die Salbe, die ich in Nepal für meine Verbrennung bekommen hab, haben wir auf alle möglichen Wehwehchen geschmiert und sie hat jedesmal Wunder bewirkt. 
  • Tourismus macht schöne Plätze kaputt. Egal ob der Phewa Lake in Nepal, die Korallen in Kambodscha oder Arambol in Goa. Wir waren oft an Plätzen, an denen man merkt wie der Tourismus zerstören kann. Das tat weh. Und lässt mich auch meinen Beruf (Reisebüro Travel Agent) überdenken. Auch der Zyklon… diese Naturkatastrophen kommen ja von uns Menschen. Das viele Flugzeug fliegen… auch wenn natürlich alles Vor- und Nachteile hat… bringt es mich zum Nachdenken. 
  • 3 Monate aus einem Rucksack zu leben, hat mir gezeigt wie wenig ich tatsächlich brauche. Ich hab sogar ein Kleid mit, dass ich nur einmal anhatte. Komplette Platzverschwendung. Im Endeffekt komme ich mit 2 kurzen Hosen und einer langen und vielleicht 3 Shirts aus. Weniger ist mehr! Ich hab mich auch von einigen Dingen getrennt während unserer Reise, zum Beispiel von meinem Tablet, das ich zum Blogschreiben mit hatte, aber einfach zu langsam dafür war. Seit dem dritten Eintrag, schreib ich die Blogs nun am Handy. Und Ben auf Koh Rong hat sich über das Tablet gefreut und findet dafür Verwendung.  Und für uns sprang eine Runde gratis Cocktails raus! Ein guter Tausch. 
  • ich brauche viel Zeit für mich. Leute die mich kennen, finden diese Aussage wahrscheinlich komisch. Weil ich immer gerne unter Leuten bin, ungern bzw. selten alleine und immer irgendwie die Action suche. Aber ich brauche auch die Ruhe und  Zeit für mich. Die Tage an denen wir viel Zeit für uns selbst hatten, Zeit zum Nachdenken und für Inspiration, Zeit zum Lesen und einfach nur dasitzen, tat mir immer soooo gut!! Gerade auf so einem Abenteuerurlaub, wo immer so viel passiert und immer viel los ist, tun diese Breaks wahnsinnig gut.  
  • ich schätze unsere Heimat nun auch um einiges mehr als davor. Auch wenn wir natürlich wissen, dass wir nun in eine türkis-blaue Regierung heimkommen werden. Die Rechten nun ganz offiziell ihre Spielchen spielen und uns ziemlich viel Sch*** einbrocken… ich freue mich trotzdem auf unser reiches Österreich, wo Trinkwasser aus der Leitung kommt und ich das Klopapier beim Klo runterspülen kann. Ganz einfache Dinge, die wir seit 3 Monaten nicht haben. Müllabfuhr, kompetente Ärzte und gute medizinische Versorgung. Keine täglichen Stromausfälle mehr.. wir haben uns eigentlich schon total dran gewöhnt, dass einfach ständig der Stron weg ist. Im Normalfall auch garnicht so schlimm, nur einmal wars richtig blöd, als ich gerade am Bankomat Geld abheben war und in genau dem Moment wo das Geld rauskommen sollte, der Strom weg war. 
  • ich freue mich wahnsinnig auf die frische Luft!!! So richtig, gute, frische Luft hatten wir nur im Himalaya Gebirge. Ansonsten immer feucht, heiß, staubig, stickig, verschmutzt, Smog, stinking. Was wir für Dreck in unseren Nasen haben und immer verstopft…. da freuen wir uns wirklich auf die klare, gute, Österreichische Luft 🙂 
  • Englisch lernt man in Asien nicht. Auch wenn wir nun seit 3 Monaten täglich Englisch sprechen, wirklich verbessert hab ich mich nicht. Wenn man immer mit Menschen spricht die selbst schlecht Englisch sprechen, bzw. starke Akzente haben, würd ich sogar sagen, dass sich mein Englisch von der Aussprache teilweise verschlechtert hat, weil man sich hier anpasst. Klar, ich bin voll in Übung, hab keine Scheu mehr, und bin selbstbewusster in meinem Englisch aber Vokabeln und Aussprache sind leider nicht wirklich verbessert. 
  • Ich hab gelernt, wie wichtig für mich gutes Essen ist. Wir haben so oft, keine Möglichkeit gehabt etwas frisches, leckeres zu Essen zu bekommen. Das hat mich oft ziemlich belastet. Wenn man sich vorm Essen ekelt, keine andere Wahl hat, …. Und umso besser gings mir wenn wir wirklich richtig geiles gesundes frisches Essen hatten. Auch wie wichtig Schlaf ist. Wir hatten sooo viele schlaflose Nächte und die Tage danach waren immer doppelt so fordernd. Grundbedürfnisse einfach. 
  • Die Kraft von Meer, Sturm, Gewitter und Natur so hautnahe spüren. Die tosenden Gewitter die die Erde beben ließen, die schreckliche Speedboatfahrt von Koh Rong ans Festland, die Ungewissheit und Angst vorm Zyklon in Südindien… teilweise ganz Nahe an gefährlichen Tieren sein (Tiger, Panther, Leopard, die Affenangriffe, die aggressive Büffelherde in Nepal, die kampflustigen Stiere in den Straßen Indiens) 
  • die Erkenntnis, nun ein halbes Jahr Auszeit von meinem normalen Leben genommen zu haben. Seit Juni bin ich nicht mehr in Linz und auf der Uni. Drei Monate verbrachte ich in Wildenhag. Auf den Bergen und an den Seen und ganz viel am Arbeiten. Und nun 3 Monate am Reisen durch Asien. Die Pause tut gut. Die Abwechslung ist aufregend und spannend, aber ich freu mich auch schon wieder auf meine Wohnung in Linz, auf die Uni, aufs Lernen und auf ein bisschen Ruhe und Routine. 

    Interview mit Laurent 

    Heute ist der 31. Dezember, Silvester. Wir sitzen in der Fähre von Kollam nach Allepey, die Fahrt soll 8 Stunden dauern. Genug Zeit um unser Jahr 2017 und unsere Reise, die ja nun wirklich bald zu Ende geht, zu reflektieren. Ich mache ein kleines Interview mit Laurent, um auch seine Sicht festzuhalten. 

    Was war dein Highlight in unserer Zeit in Nepal? 

    Auf jeden Fall das Trekking. Die wundervolle Landschaft, der Blick vom Poonhill, dieses Gefühl, so etwas aus eigener Kraft zu schaffen, war ein beeindruckendes Erlebnis. 

    Was war dein Highlight in unserer Zeit in Nordindien? 

    Der Sonnenaufgang beim Ganges. Die Verbrennungsghats, als wir da neben den 50° heißen Feuern standen, diese schräge Energie, bleibt mir definitiv in Erinnerung. 

    Was war dein Highlight in unserer Zeit in Thailand? 

    Aufjedenfall Bangkok, diese verrückte Riesenmetropole fand ich total spannend. Auf der Insel Koh Samet waren es die einsamen, paradiesischen Sandstrände, das erste mal für mich auf so einem weißen Strand mit türkisem Wasser zu sein, und die super süßen Strandhunde mit denen wir stundenlang spielten. 

    Was war dein Highlight in unserer Zeit in Kambodscha? 

    Angkor Wat! Die uralten Tempelruinen, die Natur die sich ihren Platz zurück holt fand ich mega schön. Die üppige Tierwelt, die riesigen Geckos und die interessanten Insekten. Zum Beispiel die Zikaden die sich anhören wie Waschmaschinen oder ein großes Insekt, dass die Isi entdeckte das aussieht wie ein Blatt.  Koh Rong war auch ein Highlight für mich, das Plankton Schwimmen in der Nacht und die Affenangriffe bleiben mir hier am stärksten in Erinnerung. Ich war ganz alleine auf unserem Balkon, auf einmal springt ein Affe aufs Geländer, fixiert mich mit einem aggressiven Blick und kommt auf mich zu. Er schaut auf unseren Tisch, was er von dem Zeugs gebrauchen könnte. Ich spring auf und schnapp mir mein Handy und die Musikbox und überlege wie ich ihn jetzt am besten verscheuche. Ich mach mich groß und versuch ihn mit Lauten zu verscheuchen. Da macht er sich auch groß, kommt noch näher und faucht zähnefletschend. Ich seh mich um nach einem Besen, da springt er auf den nächsten Baum und ist davon. Herzklopfen. Weiche Knie. Puh. Nix passiert. 

    Was war dein Highlight in Mumbai? 

    Die riesigen Raintrees und die ganzen Greifvögel in der Luft – mitten in der Stadt. 

    Was war dein Highlight in unserer Zeit in Goa? 

    Agonda mit den ganzen Tieren am Strand. Die Kälbchen die miteinander spielen, die Delfine zu beobachten wenn sie aus dem Wasser springen, die Hunde beim Revier verteidigen, die weiße, alte Stute die jeden Tag um die gleiche Uhrzeit am Strand entlang spaziert. Das war ein absoluter Wohlfühlplatz für mich. Der Hippiemarkt in Anjuna, im warmen Regen durch die Stände schlendern, war auch super cool. Und unser Abenteuer mit den Mopeds, ganz alleine im Nationalpark, war auch wahnsinnig aufregend und spannend. Eigentlich war die gesamte Zeit in Goa super schön. 

    Was war dein Highlight in unserer Zeit in Kerala/Tamil Nadu (die ja noch nicht ganz um ist) bis jetzt? 

    Die wunderschöne Berglandschaft in Thekkady. Die Teefelder haben etwas ganz mystisches. Die uralten Pflanzen und der Nebel der sich dort morgens fängt. Wunderschön! Cochin ist auch ein gemütliches Nest. Varkala fand ich cool, der Blick von der Klippe aufs Meer, die vorbeiziehenden Adler und die ruhige Atmosphäre dort. 

    Was waren deine kulinarischen Highlights auf der Reise? 

    Ich hab mich durch die asiatischen Burger gekostet. Wenns auf der Karte welche gab, hab ich einen bestellt. Immer. Von veganen Burger bis doppelt und dreifach Speck war alles dabei. Der Wildschweinburger in Nepal war sehr interessant. Die Momos in Nepal waren auch immer super lecker. Der Skorpion in Bangkok grauslig, anfangs knusprig und salzig, der Nachgeschmack war aber wie beim Zahnarzt. Lieblingsgetränk (nach Bier) war definitiv Lemonana (frischer Minz-Limonen Shake) und Mojito!! Die veganen, rohen Kuchen in Goa waren auch der Wahnsinn! 

    Was war das Abartigste was du auf der Reise erlebt hast? 

    In Tamil Nadu (Indien), als wir Tattowierer am Strassenrand im Dreck gesehen haben, die dort mit selbstgebastelten Maschinen tattowierten. Rundherum viele verkrüppelte Bettler und starker Urin-Gestank. 

    Der Tiermarkt in Bangkok, wo die armen Tiere unter katastrophalen Bedingungen angeboten werden. Eichhörnchen die kurz vorm sterben sind an der Leine…. diese Bilder ließen mein Herz bluten. 

    Welche Begegnungen bleiben dir besonders in Erinnerung? 

    Bilbo auf der thailändischen Insel. Die Nepali Mummy und die gesamte Familie in Pokhara! Der kleine Shravan von der Schule in Bodhgaya. Hit, unser Trekking Guide bleibt ganz fest im Herzen. Alle unsere Tattowierer, das waren immer ganz besondere Begegnungen, aber ganz besonders die zwei Brüder aus Calangute (Goa). Der Baba und seine Crew unterm Banyantree in Arambol (Goa). Ben, unser israelische Freund auf Koh Rong in Kambodscha, mit dem ich viel Schach spielte. Atul der uns den Hinduismus nahe gebracht hat in Varanasi. Peter, der Holländer den wir im Yoga Retreat kennen gelernt und dann am Trek wieder getroffen haben. Der süße Tuktuk Fahrer in Cochin, mit dem wir soviel scherzten. Sam in Arambol, bei dem wir immer unsere Nachmittage im Schatten verbrachten, gemeinsam rauchten und gwatschten.  Wir haben soo viele tolle Menschen kennengelernt, so interessante Gespräche geführt, und so viel gemeinsam gelacht. Ihr bleibt alle in meinem Herzen. 

    Hattest du mal Heimweh?

    Nein. Dafür waren wir immer zu sehr im Abenteuer und es war immer so spannend, da blieb garkein Raum für Heimweh. 

    Wo würdest du gerne nochmal hin? 

    Definitiv Nepal. Und vielleicht nochmal nach Goa, aber sonst hab ich von Indien genug gesehen. Hit sagte zu uns über Indien „once is enough, but once is important“ … das kann ich nun bestätigen. 

    Welche Erkenntnisse hattest du auf der Reise? 

    Ich möchte mich gesünder und bewusster Ernähren. 

    Ich sehne mich wahnsinnig nach einem Hund. Ich möchte unbedingt einen Welpen adoptieren. 

    Weniger Plastikmüll produzieren, ist aufjedenfall nach 3 Monaten in Ländern in denen Plastikmüll überall herumliegt eine starke Erkenntnis. 

    Ich mag einfach keine Großstädte. Mich faszinieren die Natur, die Tiere, die Landschaften, Flora & Fauna viel mehr. 

    Auf was freust du dich am meisten wenn du an unsere baldige Rückkehr nach Österreich denkst? 

    Meine ganzen Freunde. Trinkwasser aus der Leitung. Deutsches Fernsehen (haha). Schwarzbrot, Jausnen, Salate, selber Kochen, mehr Auswahl beim Essen. RUHE… einfach mal nix tun und keinen Input von Außen. Frische Luft, mal durchatmen können. 

    Was hat dich am meisten genervt auf der Reise? 

    Unsere Flüge: das stundenlange Warten, immer eisige Klimaanlagen, immer eng, nervige, rücksichtslose Menschen um uns, keine Rauchen können (!!), oft stressig, viele Formulare ausfüllen. 

    Besonders genervt hat mich die teilweise so extrem rücksichtslose, egoistische, penetrante Art der Inder. 

    Würdest du so eine Reise nocheinmal machen? 

    Ja, aufjedenfall. Und am liebsten mit dir Linn. Da wissen wir ja jetzt, dass das bestens funktioniert. 

    Glaubst du, du hast dich verändert in den letzten 3 Monaten? 

    Äußerlich bestimmt ein bisschen, Bart und Haare sind länger, Nasenpiercing und Tattoo. Brauner natürlich, obwohl die Bräune gerade wieder etwas nachlässt. Innerlich aufjedenfall selbstbewusster und offener.