24 hour – dal bhat power

Ohh my godness….. wir haben es echt geschafft! Könnens noch garnicht glauben. 

6 Tage Poonhill Annapurna Panorama Trek – rauf auf über 3000 m mit Blick auf die 8000er!

Das war wirklich die herausfordernste und unglaublich schönste Erfahrung unseres Lebens. Ich kann es garnicht in Worte fassen, was wir hier erleben durften, aber ich versuch mal ein paar Impressionen festzuhalten.

Am Tag bevors los ging, hab ich mir noch meine Hand mit heißem Kaffee verbrannt. Super Timing, aber die Nepalis haben mich liebevoll mit Eis, Aloe Vera und Wundsalbe versorgt.

DAY ONE – Nayapul- Thikedunga – 5 Stunden 12 km

Am ersten Tag gehts am Fluss entlang, rauf und runter, vorbei an Reisfeldern, die teilweise gerade geerntet wurden. Beeindruckende Natur, schwindelige Hängebrücken und idyllische Dörfer.

Unser Guide “Hit” ist 37 und passt perfekt zu uns! Er erklärt uns am Weg die Pflanzen, Natur und Kultur in Nepal. Plötzlich pflückt er ein Blatt von einem Baum, knickt es um und bläst durch den Stengel, da kommen am anderen Ende kleine Seifenblasen heraus! Wundervoll.

Wir schlemmen Guaven, die es hier überall gibt. Super lecker.

Riesige Spinnennetze mit teilweise 10 cm großen Spinnen :O

Bei einem Checkpoint treffen wir Peter, den wir aus dem Yoga Retreat kennen. Wie lustig! Wir gehen ein Stück zusammen und quatschen über unsere Erfahrungen in Nepal und unsere Leben zu Hause.

Nach 5 Stunden gehen, die letzte Stunde steil bergauf über 1000 wackelige Steinstufen, erreichen wir Thikedunga unser erstes Ziel. Unser Zimmer ist einfach, klein und müffelig. Auf meinem Bett liegt eine Spinnenhaut…da hat sich wohl grad was gehäutet und lauert jetzt in den Ritzen. Naja, das haben wir ja eigentlich auch so erwartet. Wir schlafen sofort erledigt ein. 

DAY TWO – Thikedunga-Ghorepani 8 Stunden 25 km

6 Uhr aufstehen. Zum Frühstück gibts Tibetian Bread, schmeckt wie die Hasenöhrl von meiner Oma.

Die ersten 3 Stunden gehts in der prallen Sonne 100000 Stufen steil bergauf. Wir konzentrieren uns auf unseren Atem und denken Step by Step, by Step, by Step. Irgendwie kommt man wirklich in so ne Art Walking Meditation. Wir kommen durch idyllische, einsame Bergdörfer, begegnen den Schulkindern am Weg in die Schule, Eselherden, Ponys, Hunden, Kühen, Büffel, Katzen, Hühner (einmal begleitete ein Huhn mich über einige hundert Meter und war traurigerweise echt schneller als ich) und andern Trekkern mit Porter (Träger) die bis zu 50-60 kg schleppen und teilweise in FlipFlops gehen. Uns fallen fast die Augen raus und fühlen uns jämmerlich mit unseren 5 und 8 kg Rucksäcken. 

Das motivierende ist, jedem gehts so wie uns, selbst die erfahrenen Guides und die Träger sowieso, schwitzen genauso wie wir. 

Dann gehts ein paar Stunden durch einen wunderschönen Rhododendron (Nationalblüte von Nepal) Dschungel mit 1000 von Grüntönen, rauschenden Wasserfällen und zirpenden Grillen. Auch über Stufen. Hit erklärt uns, dass die Baumgrenze in Nepal viel höher liegt als in den Alpen und auf 4000 m immer noch Rhododendron wächst.

Endlich in Ghorepani angekommen gibts dort keinen Strom. Es ist eiskalt. Laurent probiert einen einheimischen “Mustang Coffee” aus “Wein” mit über 20 % Alkohol aus Getreide und einem Schuss Kaffee. Wir genießen das Gefühl hier nun auf unserem höchsten Punkt. Könnens garnicht glauben wieviel wir gegangen sind und zu was wir in der Lage sind. Abends sitzen wir rund um eine beheizte Tonne und genießen den Abend mit Hit und den Nepalis.

DAY THREE – Ghorepani über Poonhill -Tadapani 7 Stunden – 20km

Um 4:30 Uhr läutet der Wecker, wir wollen zum Sonnenaufgang rauf auf den Poonhill (über 3000 m hoch) um einen Blick auf die beeindruckende Himalaya Kulisse zu erhaschen. Wir schlüpfen in unsere mittlerweile schon stinkenden Klamotten und schnappen uns unsere Stirnlampen und Wanderstöcke und dann gehts los. Über 1000 von Stufen im Finsteren rauf auf den Poonhill. Oben angekommen, traun wir unseren Augen kaum. Wir habens wirklich geschafft. Wir stehen jetzt wirklich da oben. Der Schweiß und die Schmerzen haben sich gelohnt, der Ausblick verschlägt uns den Atem.

Dann gehts wieder runter, da wartet unser Frühstück und dann gehts wieder stundenlang berg auf und berg ab, langsam spüren wir unsere Knie… und Muskelkater, aber Zähne zusammenbeissen, ein Zurück gibts eh nicht mehr. Wir wandern durch die schönsten und beeindruckendsten Landschaften, treffen Affen im Wald, bewundern 100te von Steinmännchen und die unzähligen Wasserfälle.

Manchmal kommen wir an stellen, an denen man das Dorf sieht an dem wir gestartet sind, da können wir es fast nicht glauben das wir das echt alles gegangen sind. Unpackbar.

Abends im Teahouse belohnen wir uns mit einer Nachspeiße (unsere Motivationtricks täglich haha) – Chocolate Roll – wird hier serviert mit Pommes und Salat haha

DAY FOUR – Tadapani – HotSprings 7 Stunden – 20 km

Wir kommen früh morgens kaum aus dem Bett weil uns alles weh tut. Die Knie schmerzen, die Schultern drücken und der Muskelkater in den Unterschenkel lässt uns kaum gerade stehen. Aber no chance, rein ins stinkende Shirt und in die Wanderschuhe (die übrigens super sind – keine einzige Blase!)

Es geht wieder 1000 von Stufen bergab durch einen Affenwald. Wir sehen Ochsen beim Feldpflügen und die Nepalis bei der Arbeit. Jeder Schritt schmerzt, ich versuch mich mit Belohnungsgedanken abzulenken und bewundere diese unglaublich beeindruckende Naturkulisse.

Nach 1.5 Stunden bergauf treffen wir auf eine Schule mit “Riesenrad”. So unglaublich, wir trauen uns aber nicht drauf, sind uns nicht sicher ob uns dieses “Bauwerk” aushaltet. Haha

Nach 7 Stunden kommen wir fix und foxy in HotSprings an. Hit eröffnet uns, dass es zu den heißen Quellen aber noch mal eine Stunde bergab geht und dann wieder eine Stunde bergauf zu unserem Teahouse. Wir sind den Tränen nahe, können keinen Schritt mehr gehn. Also erstmal ein Everest Beer und dann sehen wir weiter. Komischerweise hilft das echt und wir maschieren wirklich noch bis runter zu den heißen Quellen. Ein herrliches Bad in heißem Quellwasser. Die Tatsache mit 20 anderen verschwitzten Trekkern mit Blasen an den Füßen in einem Becken zu sitzen und die lüsternden Nepalis blenden wir aus.

DAY FIVE – Hotsprings – Tholka 7 Stunden 25 km

Vorletzter Tag. Unsere Klamotten sind nun wirklich mit Schweiß durchdrängt. Interessanterweise riecht der nach Curry. 5 Tage lang das gleiche Essen (Dal Bhat) beeinflusst anscheinend schon unsere Ausdünstungen. Blähungen haben wir auch davon. Haarewaschen war auch noch nicht möglich….langsam träume ich nachts schon von Haarpflegeprodukten. Aber jammern hilft nicht, rein in die Schuhe und raus ins Abenteuer. Wieder stundenlang durch beeindruckende Landschaften. Hit zeigt uns einen Zimtbaum, sogar die Blätter duften herrlich nach Zimt. Plötzlich kommt uns ein alter Mann entgegen, wild gestikulierend erklärt er uns irgendwas auf nepali. Ich verstehe “Weltuntergang” “Explosion” und “Ich gehe jetzt Zombies jagen”…… Hit übersetzt uns dann, er erzählt uns dass eine Brücke zusammengestürzt ist und das Affen seine Reisernte gestohlen haben und er jetzt auf Affenjagd geht. Haha Solche Momente sind so göttlich und wir erleben 100te davon täglich. 


Am Weg begegnen wir Kindern die uns den Weg versperren und Geld verlangen. Wegzoll quasi.

Die letzten 1.5 Stunden regnets. Wir rutschen auf den glatten Steinen herum und treffen nachmittags endlich im Teahouse ein, dort helfen wir beim Knoblauch schälen und quatschen mit den Nepalis.

DAY SIX – Tholka – Kande 5 Stunden 18 km

YEAH der letzte Tag ist angebrochen. Meine Motivation und Kraft ist am Ende. Alles tut weh.

Am weg treffen wir zweimal auf eine Büffelherde die uns gefährlich nahe kommt und agressiv wirkt. Uns rutscht das Herz in die Hose, aber Hit konnte die Situation gut lösen und es ist nichts passiert.

Die letzten Stunden denken wir nur noch an den Moment wenn wir endlich da sind und als wir tatsächlich ENDLICH angekommen sind, fallen wir uns erleichtert und mit Glücksgefühlen im ganzen Körper in die Arme. WIR HABEN ES ECHT GESCHAFFT!

Unser Abschied von Hit war traurig, nach der intensiven Zeit zusammen, sind wir ziemlich zusammen geschweißt. Laurent schenkt ihm zum Abschied eine selbstgemachte Kette und er sagt „come as a guest – go as a friend“. 

2 Kommentare zu „24 hour – dal bhat power“

  1. …wahrlich ein wundervolles Erlebnis!!! Ich muss echt schmunzeln, die unzähligen Stufen…hab ich nicht zuviel versprochen. 😂
    Am Weg zum Hot-Spring verließ mich meine gute Laune für einen längeren Moment, eigentlich wollte ich nur noch fort…😂😂…heute lache ich darüber. Es ist schön den Weg mit euren Fotos und Erinnerungen nochmals zu gehen…
    Könnt ihr Dhal Bat eigentlich noch sehen?? 🙄
    Alles Liebe weiterhin!

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    1. haha ja wenn man sich auf sowas einlässt darf man sich dem jammern einfach nicht hingeben. hilft ja nix. haha

      dal bhat war eig eh immer lecker, aber es hat grad irgendein Kohlgemüse saison was nicht besonders gut schmeckt und Blähungen verursacht. also jetzt mal kein dal bhat mehr 😂

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