GOA – die Sonnenseite Indiens

Goa has changed. Das sehen und hören wir von allen Seiten. Das ehemalige Hippie Paradies war einmal… die Russen die hier überall anzutreffen sind, haben Goa den Hippieflair genommen. Auch wenn es immer noch versteckte Hippieplätze gibt und auch noch einige alternative Europäer und Israelis hier leben und urlauben…  das kreative, chillige, entspannte Goa aus den 60/70ern ist vorbei…. Wir haben in den letzten Tagen viele Menschen kennen gelernt und tolle interessante Gespräche geführt. Die Russen sind bei den Locals total unbeliebt. Aber wir bekommen von den Locals viel Liebe und ehrliche Interesse. Ich hab letztens mit einer Inderin am Markt geplaudert, nach ein paar Minuten fragte sie mich, wo ich herkomm, weil Russin bin ich bestimmt keine, das merkt sie sofort an meiner liebevollen Art. Schade für Goa und schade für die Locals die hier leben. Aber wir haben uns trotzdem in das bunte Goa verliebt. Die Menschen hier sind sooo lieb und wir haben so tolle, lustige Gespräche mit ihnen. Das indische Kopfwackeln, fällt uns hier ganz stark auf. Es gibt ganz viele verschiedene Arten wie sie mit dem Kopf wackeln und das hat auch ganz viele verschiedene Bedeutungen. Für uns immer ein bisschen verwirrend aber langsam haben wir den Dreh raus. Ich liebe die Architektur hier. Eine Mischung aus portugiesischen Fincas, bunten Hütten und indischen Häusern. Kirchen, Kapellen, Kreuze, Jesusstatuen, Hindu Tempel und Shivastatuen wechseln sich ab. Und sooo viele Palmen!!! Tropisch, bunt, freundlich… wirklich super schön! Klar, auch hier gibt es das übliche Müllproblem… aber wenn man sich so wohl fühlt, blendet man das irgendwie automatisch aus.

Die letzten Tage zog der Zyklon Ockhi an Goa vorbei. Shiva sei Dank nicht direkt über uns. Keiner wurde verletzt, aber die riesigen Wellen vom Zyklon und ein Supermoon (Vollmond der ganz nahe an der Erde ist) haben ganz starke Fluten ausgelöst, die am Strand die Hütten wegschwemmten. Die Menschen haben ihr ganzes Hab und Gut und ihre Existenz Quelle verloren. Wir lesen in der lokalen Zeitung, dass die Menschen am Strand total sauer sind, da sie keine Warnungen von der Regierung oder den lokalen Medien bekommen haben. Keiner wusste von dem Zyklon. Mittlerweile zog er über Mumbai mit starken Regengüssen und Wind und hat sich nun aufgelöst. Es ist vorbei.

Bei uns regnete es zwei Tage. Den ersten Tag verbrachten wir nur im Zimmer und uns fiel fast die Decke auf den Kopf. Nach über 2 Monaten, in denen sich unser Leben fast nur draußen, an der mal mehr mal weniger frischen Luft, abspielte, halten wir es in einem geschlossenen Raum nicht lange aus. 😂

Am zweiten Regentag borgten wir uns zwei Mopeds und fuhren zum Anjuna Market. Den größten Hippiemarkt in ganz Indien. Warum zwei Mopeds? Da wir zu zweit auf einem Roller immer zu streiten anfangen und mittlerweile fast jedesmal Verletzungen davon tragen, haben wir uns entschieden in Zukunft lieber getrennt zu fahren. 😂 Da fühlen wir uns sicherer. Haha

Der Verkehr hier ist eine echte Herausforderung. Linksverkehr. Die Straßen voller Sand, Schlaglöcher und Speedbreaks. Die Regeln sind eigentlich einfach. Wenn man überholt (geht übrigens von links und von rechts, das ist egal) , hupt man. Wenn man auf eine Kreuzung, in einen Kreisverkehr oder eine Kurve fährt, hupt man auch. Also eigentlich muss man die ganze Zeit den Daumen auf der Hupe haben und bei dem Hupkonzert mitwirken. Der Stärkere hat immer Vorrang, wer bremst verliert.


Am Markt regnet’s so stark, dass die meisten Shops geschlossen haben. Uns erinnert das ganze total an unsere Festivals. Es riecht nach Räucherstäbchen und Haschisch, Trance Musik dröhnt aus lauten Boxen, Gewürze, Schmuck, Kleidung, Tücher und Schals werden angepriesen. Wir lernen eine super liebe Iranerin kennen, die uns an ihrem Stand ihr selbst gemachtes Sandwich anbietet: „its the best Sandwich in India, it will change your life“. Wir bekommen ein Brötchen mit Erdäpfelkäse und Essiggurkerl. Mhhhhm das schmeckt nach Heimat!!! Wir hatten eine tolle Zeit dort am Markt und haben viele liebe Menschen kennen gelernt.

Am Heimweg platzte mein nur profesorisch geflickte Loch im Reifen auf und ich hatte einen Platten.

Aber die nächste Werkstatt war nicht weit und wir bekamen sofort Hilfe. Wie lieb sie doch sein können die Inder. Eine ganz andere Mentalität als die im Norden.

Und das Essen hier ist soooo der Wahnsinn!!! Sooo soo lecker!

Auch die Kühe auf der Straße sind nicht so aggressiv. In Nordindien hatten wir schon echt Bammel vor den kampflustigen Stieren. Hier sind sie viel entspannter.

Eine ganz besondere Begegnung hatten wir in meinem Tattoostudio, indem ich mein Reisetattoo finalisieren lassen habe. Die zwei indischen Brüder dort sind nicht nur wahnsinnig talentierte Künstler sondern auch sooo interessante, liebenswürdige Menschen. Wir verbrachten sooo eine schöne Zeit zusammen, lachten soo viel und hatten sooo tolle Gespräche. Wir wussten garnicht wer sich mehr über diese Begegnung gefreut hat, wir oder die Zwei. Seelen Connection. Wenn man das bei einer fremden Person ab der ersten Minute spürt, ist das ganz was besonderes. Solche Begegnungen hatten wir nun schon öfters auf unserer Reise und jedesmal ist es eine riesen Bereicherung für uns!

Spannende Begegnungen & Zyklon Ockhi 

Eine super spannende Begegnung hatten wir beim Warten auf unseren Flug im Hostel in Mumbai. Wir lernten eine 62 jährige Grazerin kennen, die seit 37 Jahren in den Staaten, nähe Bosten lebt. Eine Seltenheit für uns mal Österreicher zu treffen und in diesem Fall ganz schräg, da sie trotz 37 Jahren USA, immer noch einen ganz markanten Ösi-Akzent hat. Sie erzählte uns, dass sie in Indien ist, weil sie zu einer Hochzeit eingeladen ist. Die Schwester ihrer Haushälterin aus Bosten heiratet in der Nähe von Mumbai. 4000 Menschen werden erwartet und die Hochzeit dauert eine ganze Woche lang. Offensichtlich eine Heirat der höheren Kasten. Ich fragte, ob das eine arrangierte Ehe ist. Sie erzählte uns, dass es zwar eine arrangierte Ehe ist, aber in den hohen Kasten, dürfen die „Kids“ schon mitbestimmen. Sobald sie ins heiratsfähige Alter kommen, wird ein Steckbrief gestaltet. Mit Foto, Alter, Gewicht, Hobbies, Talenten, Sternzeichen… etc. Dann sitzen die Mädchen mit ihren Familien und Freundinnen an Tisch und sehen sich die potentiellen Ehepartner durch. Die Braut darf bestimmen, der ist mir zu klein, zu dünn, zu dick, Sternzeichen Widder? Geht garnicht…doch lieber einen Fisch? haha die Vorstellung lässt uns schmunzeln. Die Braut in diesem Fall war anscheinend sehr wählerisch, da sie nun schon 28 ist bei ihrer Hochzeit, also für indische Verhältnisse schon sehr spät. Super spannend!! Wie gern wären wir auch bei der Hochzeit dabei, ist sicher ein Wahnsinnserlebnis! Wir gwatschen lange mit ihr über unsere Indien Erfahrungen und über Österreich. Wir zeigen ihr die Schnee Fotos die wir von Zuhause geschickt bekommen haben und sie erzählt uns, dass sie mal in Vöcklabruck gearbeitet hat. Wie klein die Welt doch ist! ❤

30 Minuten bevor unser Taxi zum Flughafen kommt, schreibt uns Laurent’s Tante Ko, dass sie gerade gelesen hat das ein Zyklon (tropischer Wirbelsturm im indischen Ozean) über Sri Lanka und Südindien wütet und schon viele Menschenleben gekostet hat und noch 100te vermisst werden. Wir googeln und sehen Satellitenbilder von einem großen kreisenden Hurricane der die Westküste Richtung Goa raufzieht. Oohhhh Gott und genau da fliegen wir jetzt hin. Panik macht sich breit. Was heißt das, Zyklon? Verursacht sowas Tsunamis? Überschwemmungen? Ist man da in einem Hostel sicher? Bei den Unterkünften in denen wir bis jetzt so untergebracht waren, wär ich mir da nicht so sicher… oft waren es ja nur Bambusgebäude mit Strohdach.. Naja, erstmal zum Flughafen und checken was die sagen, ob unser Flug überhaupt planmäßig durchgeführt werden kann. 

Am Check In weiß die Dame nichts von einem Zyklon, der Flug hat Verspätung aber ist nicht gecancelt. Naja, wie immer bleibt uns nur das Vertrauen, dass alles gut gehen wird. Der Flughafen ist super edel und modern und wir sehen ganz viele superreiche Inder mit perfektem, akzentfreien Englisch. So schräg, dieser riesige Unterschied zwischen Arm und Reich in diesem Land. 

Der Flug verlief auch ganz normal, bisschen wackelig aber auch nicht schlimmer, als das was wir schon kennen.

Angekommen in Goa um Mitternacht, beginnt das übliche Spiel mit dem finden eines passenden Taxifahrer. Alle drängen sich um uns und verlangen viiiel zu hohe Preise. Wenn ich sage, 2500 Rupie sind mir viel zu teuer, dann werd ich festgehalten „Listen, Madam…blablabla“. Ach, das ist immer so anstrengend und hart zu sehen in welchem Konkurrenzkampf sie untereinander stehen. Laurent findet einen der uns um 2000 fährt, naja billiger wirds wohl nicht mehr und das Argument mit Nachtzuschlag verstehen wir schon. Der Typ hat nicht die typische Taxikleidung und sagt „Follow me“ und läuft schnell davon. Wir mit den schweren Rucksäcken hinterher. Wir laufen ziemlich weit weg vom Flughafen und in einer finsteren Ecke sagt er dann: „Wait here“ und er verschwindet hinter einem parkenden Bus. Laurent und ich sehn uns an und schmunzeln darüber, wieviel Vertrauen wir oft in die Menschen haben. Der Typ ist ja offensichtlich kein offizieller Taxifahrer. Der könnte jetzt weiß Gott was mit uns machen. Nach 5 Minuten kommt er mit einem kleinen Suzuki vorgefahren. „Uhh nice car, I have the same one in Austria“ sagt Laurent. Wir steigen ein und fahren los. Der Typ telefoniert auf Hindi und ich bilde mir ein mal „Germany“ gehört zu haben. Plötzlich blinkt er rechts und fährt in eine Einfahrt. Oh oh… was denn jetzt? Achso nur tanken, okay. Haha. Er sagt uns, dass wir jetzt dann bei einer Stelle vorbei kommen, an der die Polizei kontrolliert und wir sollen sagen, das wir Freunde von ihm sind, sonst muss er Strafe zahlen. Klar, machen wir! Auch wenn wir so vielleicht unserem Entführer genau in die Karten spielen. Da er aber so eine liebe Ausstrahlung hat, vertrauen wir ihm einfach. Wir fahren 1.5 Stunden gemeinsam und haben soo interessante Gespräche. Er erzählt uns viel über die Geschichte von Goa, die Kolonialzeit von Briten und Portugiesen, die Zeit der europäischen Hippies, der Israelis und wie Scheiße jetzt alles ist, seit die Russen da sind. Er fragt auch ganz viel über uns, unser Land, Jobs, Regierungen…. erzählt von seiner Familie und seinem Leben.  Diese Begegnungen sind es, die das Reisen für mich sooo spannend machen. Toller Typ und tolles Ankommen in Goa. Wir fühlen uns gleich total wohl. 

Der Zyklon macht laut Prognosen wahrscheinlich einen Bogen um Goa. Was haben wir eigentlich für einen großen Schutzengel? 

Die letzten Tage in Goa waren wieder total Seelenreinigend für uns. Suuuuper leckeres, günstiges Essen, gute Musik, viel Lesen (hab grad wieder ein tolles Buch ausgelesen: Traumfänger von Marlo Morgan, hat mich total berührt und zum nachdenken gebracht), Schachspielen, und ganz viiele tolle Gespräche. Wir reflektieren gerade viel über unsere Erlebnisse und unsere Beziehung. Und wir wollen noch lange nicht heim! Es ist so ein Glück, dass wir das Leben gerade so intensiv spüren dürfen und die Welt entdecken mit allen Höhen und Tiefen. 

Wir mieten uns wieder ein Moped und fahren nach Arambol. Hier war ich vor fast 5 Jahren mit meiner Mum. Der einzige Ort in Goa der noch diesen authentischen Hippie Flair hat. Soooo schräg für mich wieder dort zu sein. Es hat sich viel verändert. Viel mehr Shops und Verkaufsstände. Mehr Restaurants und Massagestuben. Aber unser Appartement von damals gibts noch, nun unter anderen Namen und mit einem Cafe. Sooo steil, da kommen Erinnerungen hoch! 

Auch den Süßwasser See am anderen Ende des Strandes gibts noch, mittlerweile mit mehr Restaurants und Sonnenliegen dort. 

Wir machen uns auf den Weg in den Dschungel. Bei 37 Grad ganz schön herausfordernd. Mitten im Dschungel lebt dort ein Baba (Heiliger) unter einem riesigen Babyantree (ein großer Baum, dessen Äste wieder Wurzeln schlagen). Mum und ich haben ihn dort besucht damals. Den will ich Laurent unbedingt zeigen!  

Den Baum gibts noch, nur Baba ist es mittlerweile ein Anderer. Der neue, junge Baba erzählt uns, dass der Alte ins Gefängnis kam und nun irgendwo in Nordindien lebt. Wir sitzen mit Baba, ein paar Indern, einer Hündin namens Sweetie und ganz vielen Russen im Kreis, ein Chillum wird durch die Runde gegeben und es werden russische Lieder gesungen. Was für ein Spaß! 

Beim Rückweg kommen wir auch wieder bei dem heiligen Schlamm vorbei, mit dem Mama und ich uns damals eingerieben haben. 

Update zum Zyklon: Mittlerweile ist er fast auf unserer Höhe, aber im Meer draußen. 

Außer viel Wind, hohen Wellen und starken Überschwemmungen am Strand heute Nacht, die viel Hab und Gut mitgerissen haben, merken wir aber noch nicht viel vom Ockhi. Hoffentlich bleibts auch so. 

Versöhnung mit Indien

Mein absoluter Lieblingsflughafen? Siam Reap Airport! Schon als wir hier ankamen, war ich total begeistert und auch beim Abflug verlief alles wie am Schnürchen. Der Flughafen ist super klein, sauber, modern, tolle Architektur, alles geht super schnell und unkompliziert. In den letzten Monaten haben wir schon viele Flughäfen gesehen, dieser ist unser absoluter Favorit! Unser erster Flug geht nach Kuala Lumpur, Malaysien mit Malaysian Airline. Klingelts da? Ja genau, das ist die Airline wo vor drei Jahren ein Flugzeug einfach verschwand. Auch nach der teuersten Suchaktion der Geschichte, ist es immer noch spurlos verschwunden. Ein komisches Gefühl in den Flieger einzusteigen, aber ja… wird schon gut gehen. 😀

In Kuala Lumpur müssen wir noch 3 Stunden auf den nächsten Flieger nach Mumbai warten. Mit uns am Gate warten schon ein Haufen Inder. Laurent kriegt die Krise. Was er am schlimmsten fand an Indien? Die unhöfliche, respektlose Art der Inder. Vordrängeln, ins Ohr schreien, ins Gesicht Husten, vor die Füße spucken… hier am Gate bekommen wir wieder einen „tollen Vorgeschmack“ was uns nun wieder erwartet. Ich muss lachen, meinen Schatz bringt ja selten was aus der Ruhe, keine Tschick rauchen können und unhöfliche Inder bringen ihn zur Weißglut. haha

Im Flieger haben wir drei Sitze für uns, herrlich. Und: es gibt Wein! Yeah! Seit 2 Monaten haben wir keinen Wein mehr getrunken. Den letzten gabs bei unserem allerersten Flug nach Kathmandu. Wein ist Mangelware in Asien und wenns mal einen gibt dann zu horrenden Preisen. Wir genießen die zwei Becher Weißwein und ich schau mir einen super schönen, traurigen Film an: „My sisters keeper“ (Empfehlung!! Unbedingt ansehen) – und heul mir die Augen aus. Mal so richtig ausheulen tut gut… plötzlich setzt sich ein großer, dicker Inder neben uns. Er ist soo mächtig, dass er 1.5 Sitze braucht… die restlichen Flugstunden sind wieder sehr ungemütlich und beengt. Als wir zur Landung ansetzen, schauen Laurent und ich aus dem Fenster. Unter uns glitzert Mumbai in der Nacht. Uuuuuunpackbar wie riesig diese Stadt ist. 12 mal so viele Einwohner wie Wien. Puuuhhh. Wir stoßen unsere Fäuste aneinander: Yesss wir haben den Flug überlebt, und sind nicht verschwunden. Da schaut uns der dicke Inder neben uns an und fragt: „First time in India?“ wir erzählen, dass es mein drittes Mal ist und Laurents zweites Mal. Er grinst uns an und sagt: „Welcome to India“.

Mumbais Flughafen ist ziemlich modern für indische Verhältnisse und hat super coole Kunst ausgestellt.

Um halb 1 Nachts kommen wir im Hostel an. Das Zimmer ist klein und stinkig. Die Luft ist total feucht und dick. Es riecht modrig und schimmlig… naja, es sind ja nur zwei Nächte. Total erledigt fliegen wir ins Bett und versuchen zu schlafen. Klappt leider nicht. Draußen liefern sich Katzen einen Kampf nach dem nächsten, die schreien so laut, dass nicht mal Ohropax helfen. (Am nächsten Tag sehen wir, dass die Katzen hier so groß sind wie Hunde! Das erklärt einiges…) Die schlechte, dicke Luft lässt uns auch nicht einschlafen… am nächsten Morgen wandel ich schlaflos runter zur Rezeption und frag ob wir Zimmer tauschen können, ich konnte die ganze Nacht nicht pennen! Leider sind alle Zimmer ausgebucht, als Trostpflaster bekommen wir einen Lavendel Raumspray. Laurent tüftelt an der Klimaanlage herum und findet einen Modus der „Dry“ heißt,… das bessert die Luft tatsächlich ein bisschen.

Wir gehen raus und machen uns auf die Suche nach Frühstück. Wir sind hier in einem Vorort bzw. Außenstadtteil von Mumbai „Santacruz“. Rein in die Stadt kommt man am schnellsten und günstigsten mit dem Zug, das dauert ca. eine Stunde, wenn alles glatt läuft. Dafür sind wir viel zu müde… außerdem hat Laurent keine Lust auf Großstadt Dschungel und schon garnicht indischen! Also erkunden wir hier mal die Gegend.

Die Straßen sind überraschend sauber, keiner starrt uns an, keine Kühe auf der Straße und das hupen hält sich auch in Grenzen. Wow, so sieht also das „moderne“ Indien aus. Santacruz ist hauptsächlich Wohngegend der Mittelklasse (wenns hier sowas überhaupt gibt), außerdem gibts hier eine Universität – wir sehen ganz viele Studenten bei Starbucks (oh ja das gibts hier, auch McDonald’s und KFC).

Mir gefällt, dass hier die Straßen so grün sind, erinnert mich an die Wohngegend in Rio, wo Carmen&Jucara wohnen die wir dort mal besucht haben.

Sieht halbwegs edel aus oder? Lustig, wenn dann doch wieder mal jemand auf der Straße sitzt und am Gehsteig rasiert wird oder die vielen Ratten bei uns vorbei huschen. Is halt doch immer noch Indien.

Die zweite Nacht verlief etwas besser, die Luft im Zimmer konnten wir von total stickig und Schimmelgeruch auf bisschen stickig und Moskitosprayduft verbessern. Hier gibts sooooo viele Mosquitos!! Und leider auch Malariagefahr, durch die Slums und Feuchtgebiete rund um Mumbai.

Am nächsten morgen, halbwegs ausgeschlafen, machen wir uns auf die Suche nach Coffee. Ich probiere den neuesten Trend: Golden Cappuccino. Ein Glitzer Kaffee.

Ahhh was wir nicht alles tun würden für guten Kaffee!!! Herrlich!!!

Da kann ich mich ja wirklich wieder halbwegs mit Indien versöhnen. Laurent ist weniger begeistert, er mag einfach keine Großstädte… und schon garnicht die indischen. Ja klar ist es hier besser als im Norden, aber richtig wohl fühlt er sich hier auch nicht. Ich versteh das.

Warum ich mich dennoch irgendwie versöhnt fühle mit Indien? Der deutsche Gründer der Schule in dem Dorf in Bihar, wo es mir so dreckig ging, hat sich bei mir gemeldet. Ich hatte ihm nach einer Woche Erholung und Reflexion eine lange Mail geschrieben. Ich wollte ihm einfach ein Feedback geben, damit er weiß welche Zustände in dem Hostel herrschen. Ich bekam bis jetzt keine Antwort. Über die Facebook Seite konnte ich ihn auch nicht mehr erreichen. Als ich mir vor ein paar Tagen mal die Zeit nahm, alle Hostels zu bewerten, schrieb ich ihnen dann doch ne ehrliche (und somit schlechte) Bewertung auf booking, das hast du davon wenn du mich ignorierst! Auf einmal meldet er sich bei mir! Anfangs war er sauer, warum ich ihn denn nicht privat kontaktiert habe…er hat mein Mail offensichtlich nie erhalten.. nach einigen Mails aber war er super verständnisvoll. Wir hatten wirklich tolle Gespräche per Mail und das tat  richtig gut. Im Endeffekt war er nun auch total dankbar über mein Feedback und hat mir erklärt warum das Thema Sauberkeit so so schwierig ist im Hostel. Zum Beispiel darf nur eine bestimmte Kaste Klo putzen, sonst werden sie von den anderem im Dorf beschimpft und bespuckt. Das erklärt einiges…. Diese tollen, interessanten und verständnisvollen (von beiden Seiten) Mails helfen mir, mit dem Kapitel Nordindien besser abzuschließen.

So, in ein paar Stunden gehts weiter nach Goa! Freu mich schon an die Orte zurück zu kehren, die ich mit meiner Mum vor 4.5 Jahren besucht hab. Heute ist der 1. Dezember, sooo komisch für uns. Auch hier sieht man ab und an Weihnachtsklimbim. Von Zuhause bekommen wir Schnee & Glühwein Fotos. Kommt uns total surreal vor.

Angkor „What?“ und Montezumas Rache

Angekommen in Sihanoukville am Festland, haben wir erst mal den Boden geküsst und uns dann auf den Weg zum Nachtbus gemacht. Ging sich alles noch gut aus. Die Busfahrt war wieder sehr schlaflos, aber ganz gemütlich. Nur die Klimaanlage machte Laurent zu schaffen, ist nun schon das dritte mal, dass er von der Klima Schnupfen und Husten bekommen hat. 

Angekommen in Siam Reap legten wir uns erstmal aufs Ohr und holten den Schlaf nach, duschen, essen… dann waren wir wieder fit! 

Abends wurden Laurent und ich von allen zum „Abschiedsessen“ eingeladen. Soo lieb! Als danke, dass wir alles gemanaged und geplant haben. Für die Fleischesser gabs köstliches Pulled Pork und für mich eine Falafel Plate! Köstliches Schlemmen und reflektieren der letzten drei Wochen! Ach wie lieb ich sie alle hab! 

Am nächsten morgen gehts im dunklen um 4:30 los zum Sonnenaufgang zu den Tempeln von Angkor Wat! Mein absolutes Highlight und Grund warum ich überhaupt nach Kambodscha wollte! Isi hatte eine schlaflose Nacht, auch sie hat es nun mit Magen-Darm erwischt. 😦 So muss sie leider im Hotel bleiben und wir starten zu fünft. 

Den Sonnenaufgang sehen wir beim Haupttempel Angkor Wat. 


Ein traumhaftes Farbspiel ❤

Die gesamte Tempelanlage Angkor ist mehr als 200 km/2 groß und hier befinden sich mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer. Um alles zu sehen muss man eine ganze Woche einplanen. 

Angkor Wat ist der wichtigste und quasi das Zentrum. 


Wir sind total beeindruckt, wie konnten die Menschen damals ohne Hilfe von Maschinen und Kräne so hoch bauen und die ganzen Muster und Figuren im Stein, alles per Hand… super beeindruckend!! 

Martin gehts leider auch nicht gut, auch ihn hats nun mit Magen-Darm erwischt, nach dem ersten Tempel verlässt er uns und fährt zurück zum Hotel. 

Unser zweiter Tempel ist Bayon. Hier wurde ein Teil vom „Lara Croft“ gedreht. Wunderschöne Tempel Ruine mit ganz vielen eingemeisselten Gesichtern. Sooo schön!! 

Wir sind so happy, dass wir die Chance haben dieses beeindruckende UNESCO Kulturerbe zu bestaunen! Wirklich soo wundervoll, da ist die Müdigkeit und der flaue Magen der uns alle begleitet, halb so wild. 

Der dritte Tempel ist Ta Phrom. Eine Tempelruine, mit ganz vielen Pflanzen und Bäumen die in den Trümmern ihre Wurzeln schlagen. Die Natur holt sich ihren Platz zurück. Die ganzen Farben…. sooo wundervoll!!! 


Glücklich und K.O. kommen wir zurück ins Hotel. Isi und Martin gehts leider richtig richtig dreckig. Wir recherchieren ein bisschen und erfahren, dass dieses Asien-Magen-Darm-Problem „Montezumas Rache“ genannt wird. Das gehört offensichtlich zu jeder richtigen Asien Backpacker Reise dazu. Wir Europäer mit unseren empfindlichen Organen, vertragen die feuchte Luft, die Hitze, das Essen und das Wasser hier einfach nicht immer. Die letzte Nacht war für Martin noch ziemlich herausfordernd, er verbrachte die meiste Zeit am Klo der Arme. 

Am nächsten Morgen sitzen wir alle ziemlich gerädert beim Frühstück. Heute ist Abreisetag für unseren Besuch. Alle sind ziemlich K.O. … teilweise Vorfreude auf zu Hause, teilweise Abschiedsschmerz! 

Martin noch mit Immodium Akut ausgestattet, dass nun auch nichts schief geht beim Flug… alle gedrückt und ins Tuktuk gesetzt. See you in one month my lovelies! 

Es war eine wunderbare Zeit mit euch! Soo viel Party und Lachen, Höhen und Tiefen… viele Gespräche, viel gemeinsames Nachdenken und Reflektieren. Aufregende Abenteuer, gemeinsames genießen im Paradies! Danke für euren Besuch und kommt gut und sicher nach Hause! Wir lieben euch! 

Jetzt mit heimfliegen? Ein netter Gedanke, gerade jetzt wo Zuhause bei uns war, haben wir gemerkt das wir Zuhause ganz schön vermissen. Aber auf uns wartet ja noch ein ganzes Monat voller Abenteuer. 

Für uns gehts dann morgen BACK TO INDIA. Nun ist der Süden dran, Mumbai: neue Chance, neues Glück! Vielleicht verlieben wir uns ja diesmal in das crazy Indien. Wir freun uns schon drauf! ❤

Barfuß im Sand

Jetzt ist es gerade ein bisschen ruhig um uns geworden, in der Blog-freien Zeit ist viel passiert. Viel Schönes, aber auch viel weniger Schönes. Aber von Beginn an: 

In der Nacht bevor wir auf die Insel Koh Rong (eins unserer Highlights von Kambodscha) gefahren sind, gabs ein meeeega Gewitter. Sooo lauter Donner, als würde die Welt untergehen. Am nächsten morgen erfahren wir, dass das die Ausläufer von dem schlimmen Sturm sind der Anfang November Vietnam verwüstet hat und bei dem 30 Menschen starben. Jetzt am Vormittag ist aber wieder alles ruhig und die Speedbootfahrt nach Koh Rong kann ohne Probleme stattfinden. 

Die Fahrt war super ruhig und angenehm, außer bisschen Magenausheben und kaltem Wind der uns frösteln ließ, verlief alles ziemlich gechillt. Wir waren echt überrascht, da wir von Freunden schon viele Horrorgeschichten von der Fahrt erzählt bekommen haben. 

Angekommen auf der Trauminsel regnets. Aber das stört uns kein bisschen. Koh Rong ist die größte Insel Kambodschas, es gibt keine Bankomaten hier und es  werden auch keine Kreditkarten akzeptiert, also mussten wir uns am Festland noch mit Geld, Tschick und billigen Alkohol eindecken, es gibt auch keine Straßen, sprich auch keine Autos und Tuktuks, vieles ist noch sehr naturbelassen, einsame Strände, kristallklares Meer, Dschungel, und ganz viele junge Partypeople. 

Wir wohnen in urigen Bungalows direkt am Strand. Ein Traum. 


In den ersten zwei Nächten erleben wir wieder schaurige Gewitter. Der Donner ist sooo laut, dass es in den Ohren kracht. Viel lauter als die Gewitter Zuhause. Die Donnerschläge sind so mächtig, dass die Erde zittert. Da wackelt das ganze Bungalow. Für Gewitterliebhaber wie Martin und Laurent ein Wahnsinnserlebnis! Für Gewitterangsthasen wie mich, schrecklich!!! Mein Herz pocht und ich mach mir fast in die Hose! Wir lenken uns ab mit Drinks, guter Musik und Schachspielen. Der Manager der Bungalow Anlage ist ein super lieber Israeli: Ben. Er behandelt uns wie Special Guests, wir dürfen unseren mitgebrachten Alk hier in seiner Bar trinken, kriegen regelmäßig Drinks aufs Haus, dürfen die Musik bestimmen und die Jungs probieren stundenlang ihn im Schach zu schlagen (ohne Erfolg). 

Am nächsten Morgen ist endlich wieder die Sonne da und wir genießen den Tag an diesem wunderschönen Strand, direkt vorm Bungalow! 


Tanja geht’s leider garnicht gut. Die „Koh Rong Flu“ hat sie erwischt. Kotzen, Durchfall, Gliederschmerzen… und dann auch noch einen bösen Sonnenbrand. Die arme Maus verbrachte die meiste Zeit auf der Insel im klimatisierten Bungalow. Wir lesen in der Zeitung, dass gerade zwei Backpacker Mädels in Kambodscha gestorben sind, nachdem sie wegen Durchfall Medizin aus der lokalen Apotheke genommen haben. Also keine lokale Medizin! Unsere mitgebrachten Schmerztabletten, Immodium, Copaibaöl, und eine Fastenkur muss reichen um wieder zu gesunden. 

Mitte der Woche machen wir mal getrennt was. Auch wenn es super schön ist alle sechs zusammen zu sein… Reisen in solche Länder bringt jeden zum Nachdenken und da schaden ein paar Stunden mal alleine sein oder zu zweit zum Gedankenteilen nicht. Isi macht eine anstrengende Wanderung durch den Dschungel zu einem einsamen Traumstrand. 

Lustige Schilder am Weg. 

Martin und ich machen einen Spaziergang durch den Dschungel zu den anderen Stränden an unserer Küste. 

Wir sprechen viel über die Zukunft. Ich weiß einfach nicht was ich nach der Uni machen soll. Master ja oder nein? Welchen? Linz, Wien oder Graz? Oder doch zurück zum Attersee? Oder doch Arbeiten? Zurück in die Reisebranche? Oder ganz was anderes? Ich kann mir irgendwie sooo viel vorstellen und irgendwie dann wieder garnichts. Das stresst mich so. Ich hab das Gefühl als müsste ich auf dieser Reise die Erleuchtung bekommen. Aber eigentlich hab ich ja eh noch ein ganzes Jahr bis zum Bachelor. Ich merk ich bin irgendwie grad garnicht in meiner Mitte. Gedanklich in der Zukunft oder in der Vergangenheit. Den jetzigen Moment genießen: ganz schwer. Vielleicht ist das weil grad die Freunde von Zuhause da sind, dass ich so viel an Zuhause denken muss. 

Laurent und Adrian liefern sich ein Schachduell nach dem anderen. 

Wir verbringen die Tage auf der Insel mit baden, Massage, essen, Drinks und Billiard. 

Zweimal werden wir von Affen angegriffen. Die springen zu uns auf den Balkon, klauen alles was sie in die Finger bekommen und wenn man sie verscheuchen will, machen sie sich groß und hauen mit den Fäusten auf den Tisch, kommen immer näher, schauen dir genau in die Augen und knurren und fauchen. Also Flucht ist hier die beste Verteidigung.


 Wir werden beschützt von den drei Hunden der Bungalow Anlage: „Beppo“, „Tanya“ und „Big Balls“ – sobald sie Affen sehen, verscheuchen sie die kleinen Frechsachse und legen sich zu uns und halten Wache. 

Abends steht dann ein weiteres Highlight an: Fullmoon Party am Strand! 

Wir verbringen eine zauberhafte Nacht, tanzen, gwatschen mit ganz vielen anderen Travellern über unsere Reisen, Erfahrungen, Leben und Lieben. 

Adrian stürzt am Strand über einen Stein, schlägt einen Salto und verletzt sich am Fuß, Hüfte, Arme und Beinen. Blut und Schmerzen. Das wars jetzt mit Baden für ihn. 

Laurent und ich erleben magische Stunden in der Nacht im Meer. Wir gehen im Dunklen baden und rund um uns glitzert ganz viel floureszierendes Plankton! Wie kleine Glühwürmchen im Wasser! Vom Strand hören wir die Musik und das Lachen der Party… am finsteren Horizont sehen wir Wetterleuchten und rund um uns das glitzernde Plankton. Dieses Erlebnis kommt aufjedenfall in die Top 3 Highlights unserer großen Reise.  

Aber auch wir merken am nächsten Tag, dass wir uns Knie und Füße aufgeschürft haben. Ganz schön viel Verletzungen in letzter Zeit. Martin und ich beim Mopedfahren. Alle auf der Party. Laurent rutschte mal im Nassen auf einer steilen Stufe aus und schürfte sich den Oberarm auf. Isi stürzte zweimal bei ihrem Dschungel Abenteuer und unsere Tanjamaus musste so viel leiden mit Durchfall und Kotzerei. 

Tanja wird um 5 Uhr morgens munter und schaut auch noch auf der Party vorbei! So schön, dass sie zumindest kurz dabei sein konnte und den Sonnenaufgang miterlebt hat! 

Am nächsten Tag lecken wir unsere Wunden und erholen uns von einem starken Kater. Aber alle sind wir uns einig: ES HAT SICH GELOHNT! 


Am letzten Tag starten wir noch eine große Tattoosession. Martin lässt sich sein Oberarmtattoo in 4.5 Stunden fertig machen, die Hardsau! 


Am nächsten morgen verabschieden wir uns von Ben und den Hunden, um 15 Uhr geht unser Speedboot zurück zum Festland und da wartet unser Nachtbus zurück nach Siam Reap. 

Am Hafen erfahren wir, dass heute keine Boote starten konnten weil durch den Wind so große Wellen waren. Die Polizei hat eine Abfahrtssperre ausgesprochen. Aber unser 3 Uhr Speedboot kommt…. nur halt verspätet. Wann? Das weiß keiner. Wir warten Stunden und keiner kann uns sagen wann und ob das Boot kommt. Die Locals erzählen alle was anderes. Der Typ von der Speedboat Firma ist so stoned das er kein Englisch mehr kann und zuckt nur mit den Schultern. 

Stunden später kommt dann endlich ein Boot! Juhu! Als wir einsteigen, trifft uns fast der Schlag. Das Boot ist komplett überfüllt, keine Sitzplätze mehr frei. Wir quetschen uns noch stehend dazu aber das kommt uns alles sehr gefährlich vor. Schwimmwesten? Fehlanzeige! 

Wir fahren zu einem weiteren Hafen, an dem angeblich Leute aussteigen. Das Boot wackelt und schwankt – im Fullspeed Modus schießt es uns in die Luft und mit einem festen Schlag wieder auf den Boden. Hölle! Die ganzen Leute schreien, wir kriegen kaum Luft. Die Szene erinnert an die Flüchtlingsboote im Mittelmeer. Beim nächsten Stop steigen zwar echt ein paar aus, aber doppelt so viel ein. Ich und Isi haben uns einen Sitzplatz in der ersten Reihe geschnappt und an uns drengen sich immer mehr Leute rein ins Boot, mittlerweile wird es schon dunkel. Immer mehr Leute. Keine Luft. Man hört Menschen schreien: „Thats dangerous“ „too many people“ „you cant do that!“ Der Crew ist das offensichtlich scheiß egal. Ich bekomm eine Panikattacke. Mir wird so schwindelig, krieg keine Luft mehr, mir wird total schlecht und meine Hände werden so taub, dass ich sie nicht mehr spüre. Herzklopfen. Schwindel. Herzklopfen. Das Boot startet wieder und wir fetzen durch die riesigen Wellen durch die finstere Nacht. Wasser spritzt auf uns, unsere Rucksäcke an Deck sind mittlerweile schon klatschnass. Isi und ich krallen uns aneinander fest. Alle paar Sekunden fliegen wir über eine Welle in der es unsere Körper aus den Sitzen hebt und wieder mit voller Wucht wieder zurück und wieder rauf und wieder runter. Alles tut uns schon weh… ich spür meine Hände nicht…. Wir haben wirklich Todesangst. Wie oft muss ich auf dieser Reise noch an meine Grenzen gehn?? Das Boot ist ständig in Schieflage und ich versuch mit voller Kraft nicht dran zu denken, dass wir uns hier überschlagen. Wir können zwar schwimmen aber auf offenen Meer ohne Schwimmweste bei den großen Wellen… haben wir wahrscheinlich alle keine Chance. Isi und ich krallen uns aneinander, schreien und schluchzen. Meine Gedanken: wir schaffen das. wir schaffen das. Es ist komplett finster. Irgendjemand holt sein Handy raus, der Kapitän schreit: lights off! lights off! i cant see!!! 

Hinter uns sagt ein Typ er sieht Lichter. Es kann nicht mehr lange sein. „if the boat doesnt break“. 

Nach 1.5 Stunden Todesangst erreichen wir tatsächlich das Festland. Der Motor stoppt. Alle Klatschen und Jubeln. Isi und ich sind der Ohnmacht nahe. Wir haben es überlebt!!!! 

Abenteuer, Paradies, Lachen und ganz viel lieb haben

Heute gehts mit dem Nachtbus 9 Stunden nach Sihanoukville an die kambodschanische Küste. Sleepingbus Luxury. Was „Luxury“ heißt, wissen wir schon von Nepal… das heißt meistens so ca. europäischer Standard. Auch nicht ganz… aber jedenfalls um einiges besser als die normalen Verkehrsmittel hier. Wir sind gespannt… ziemlich angeduselt (mittlerweile ein Dauerzustand) kommen wir am Busbahnhof an. Die Betten sind wirklich ganz okay, nur leider viel zu kurz für Laurent. Wie immer. Die Asiaten sind halt wirklich viel viel kleiner. haha 

Ganz schräges Gefühl in einem fahrenden Bus liegen. Alles schaukelt. Schlafen können wir leider trotzdem kaum. Der Busfahrer hört laut Musik und Laurent und ich haben die erste Kabine ganz vorne. Ohropax sind im großen Rucksack im Kofferraum. Naja egal, schlafen wird überbewertet, das haben wir auf unserer Reise auch schon gelernt. Gewitter beobachten hat auch was. Aufeinmal wirds schon hell und wir sind da. 

Endlich am Meer! Fix und foxy… aber glücklich! 

Wir können erst um 13 Uhr ins Zimmer… also erstmal am Strand chillen und Schlaf nachholen. Die Jungs trinken um 10 Uhr morgens schon ein Bier..naja wir sind ja im Urlaub, ne! 🙂


Die Jungs wollen auch unbedingt ein Foto mit den Beachgirls. 

Wir chillen den ganzen Tag an dem wundervollen Strand, das Wasser ist soo warm und seicht … da kann man stundenlang im Wasser sein. Die Strände hier in Shinoukville sind nicht übermäßig touristisch, aber trotzdem super sauber und viele chillige, günstige Bars und Restaurants. Und: wundervolle Sonnenuntergänge ❤

Schöner kanns fast garnicht mehr sein. Wir genießen die Zeit zusammen, es ist so schön wie unsere Gruppe harmoniert. So entspannt und wir lachen soooo viel zusammen. 

Am nächsten Tag gehts früh morgens mit dem Boot raus zu den kleinen Inseln hier vor der Küste. 

Erster Stop ist bei einem kleinen Korallenriff zum Schnorcheln. Die Korallen sind groß und wunderschön, aber leider ausgebleicht. Die Auswirkungen von Klimaerwärmung und Tourismus spürt man hier leider auch. Dafür sehen wir viele kleine und große Fische, riesige Seeigel und wundervolle (pastell) Korallen. 

Der nächste Stop ist auf einer wundervollen, unberührten Insel.

Wir baden in dem kristallklaren Wasser und lassen die Seele baumeln. 

Nach einem kleinen BBQ auf dem Boot gehts zu wunderschönen Felsformationen, wo die mutigen Klippenspringen dürfen. Ich hab leider einen Sonnenstich abbekommen, hab brennendes Kopfweh… ob ich mich sonst getraut hätte? Ich weiß nicht… mit Hilfe von einem Mut-Bier vielleicht schon. Isi, Adrian und Martin trauen sich! Fazit: ein Wahnsinnserlebnis!! 

Martin ist davon so im Adrenalin Rausch, dass er sich Zuhause einen Schnauzer rasiert. Jetzt wo er zu den Draufgängern gehört, muss der passende Style dazu! 

Abends lassen wir den Tag bei Billiard und Cocktails ausklingen. 

Am nächsten Morgen borgen wir uns Mopeds aus um zu einem Wasserfall hier in der Nähe zu fahren. Die Mopeds haben schon bessere Zeiten gesehen, Laurent und meins hat keine funktionierende Rückbremse. Bei den Straßen hier, saugefährlich. Aber ja, geht nicht anders, wird schon gehen. Man lernt in solchen Ländern einfach Kompromisse und Risiken einzugehen, weils oft einfach nicht anders geht und die Umstände hier „ganz normal“ sind. 

Getankt wird Petrol aus der Glasflasche. 

Der Weg zu den Wasserfällen führt uns durch Sihanoukville, der Verkehr ist zwar Rechtsverkehr aber trotzdem nicht so easy. Die Straßen sind voller Schlaglöcher und Sand. Uns Beifahrerinnen tut nach kurzer Zeit schon der Popsch weh. Wir kommen an Müllbergen, Slums und super lustigen Gefährten vorbei. Hier wird ALLES mit Mopeds transportiert. Ein Typ fährt mit einem großen weißen Hund am Moped vorbei, eine Family zu viert am Moped, ein Kind am schlafen, das zweite wird während der Fahrt gefüttert. Einer transportiert eine riesige Schiffsschraube auf seinem Roller. Göttlich. 

Nach einer dreiviertel Stunde schickt uns unsere App auf eine unbefestigte Straße. Eine rote Sandpiste, mitten ins Nirgendwo mit riesigen Schlaglöcher. Uns kommt ein kleiner Truck entgegen der über die Schlaglöcher rumpelt. Am Deck stehen ein paar junge Männer die uns skeptisch anblicken, auch die denken sich wahrscheinlich was wir hier bitte machen. Die Straße wird immer schlimmer und als uns fast der Hinterreifen wegrutscht, streck ich mein linkes Bein aus um zu stabilisieren. Dabei hau ich mir die metallene Fußstütze so in die Wade, dass mir die Tränen in die Augen schiessen. Fuck. Stehen bleiben und schaun ob der Muskel gerissen ist (so hat sichs angefühlt). So schlimm wirds schon nicht sein, aber man sieht sofort dass das ein fetter blauer Fleck wird. Da sehen wir zwei weitere Mopeds auf uns zu kommen. Sie bleiben stehen und schauen uns an. Dann drehen sie um und fahren wieder. Irgendwie stresst uns das. Martin hat gelesen, dass gerade in ländlichen Gegenden die Menschen schwer bewaffnet sind in Kambodscha und Überfälle öfter vorkommen. Laurent und Isi schauen zu Fuß ein Stück weiter ob die Straße hinter der Kurve besser wird. Martin rutscht auf der sandigen Piste aus und schürft sich den Fuß auf. Das wars jetzt. Scheiss auf den Wasserfall. Bis wir dort sind, schaffen wirs im Hellen nicht mehr zurück. Safety first! Wir drehen um und fahren zurück. Aber ein Abenteuer wars allemal!!! ❤

Abends sitzen wir am Strand, essen, trinken, hören Musik, reflektieren die Erlebnisse und gwatschen über unsere Leben. Wie haben wir uns eigentlich alle kennen gelernt? Wir lachen zusammen und haben uns sooo sooo lieb. 

Kambodscha – wieder eine ganz andere Welt

Nach unserem kurzen Flug von Bangkok nach Siam Reap sind wir gut in Kambodscha angekommen. Der Flughafen ist winzig, sauber, modern und im traditionellen Baustil mit spitzen Dächern. Die Einreise mit Visa on Arrival geht super schnell und unkompliziert. Laurent und ich stehen in der Schlange, sehen uns an und denken das selbe: „so schnell ging das ja noch nie“. 

Gut gelaunt, aber super müde von unserem thailändischen Partymarathon, trinken wir am Flughafen noch ein Bier, auch untypisch… normal wollen wir immer so schnell wie möglich weg von den stressigen Airports. Aber die Atmosphäre hier ist entspannt, relaxt, ohne Hektik. Im Taxi sehen wir aus dem Fenster. Irgendwas ist komisch. Auf einmal merken wirs: Rechtsverkehr!! Wie schräg auf einmal den Fahrer wieder links sitzen zu haben und auf der rechten Straßenseite zu fahren! Laurent und ich zerkugeln uns. Sooo das komische Gefühl nach 1.5 Monaten im Linksverkehr, kommt uns das rechts fahren so unnatürlich vor. Wie sollen wir uns jemals wieder im österreichischen Verkehr zurecht finden? Kann man Autofahren in 3 Monaten verlernen? 

Auch neu und anders hier: American Dollar. Hier wird nicht in der einheimischen Währung gezahlt, nein hier sind alle Preise in Dollar. Nur unter 1 Dollar wird mit dem einheimischen Riel bezahlt bzw rausgegeben. Das ist mal verwirrend. Oft bekommen wir einen Teil in Dollar und einen Teil in Riel retour. 1 Dollar sind ca. 4000 Riel. Na da zahlen wir ja dann doch lieber mit Dollar, als mit den hohen Rielscheinen. Mittlerweile ist das ja nun schon unsere 4. Währung. Jedesmal wieder eine Herausforderung, ein Gespür dafür zu bekommen. 

Unser Hostel is super chillig und wir relaxen erstmal ein bisschen. So schön, wenn man zu sechst unterwegs ist, kann man stundenlang zusammen sitzen, quatschen, trinken… ohne das einem auch nur eine Sekunde langweilig wird. 

Adrian erfährt seine positive Benotung auf seine erste Hagenprüfung! Juhuuu! Ein Grund zu feiern! 

Dann erkunden wir Siam Reap. Eine gemütliche, kleine Stadt. Wir fühlen uns gleich total wohl hier. Die Locals sind total lieb und entspannt, und nicht so fake wie die Thais. 

Auch wenn alles immer super billig ist, müssen wir schon aufs Geld schaun. Bier um 1 Dollar, Cocktails um 2 Dollar und Streetfood um 1-2 Dollar sind aber im Budget und suuuper lecker!! Auch ein Vorteil, wenn man eine große Reisegruppe ist: man kann bei jedem mal kosten! 

Am nächsten morgen schlafen wir bis mittags. Das ganze feiern steckt uns noch in den Knochen. Herrlich ausgeschlafen und nach einem super leckeren Frühstück machen wir Mädels einen Ausflug zu dem Floating Village nähe Siam Reap. Hier leben die Menschen auf Stelzbauten am Wasser. Auf der Fahrt dorthin sehen wir die Einheimischen bei ihrem Alltag, die kleinen Kiddies, Hunde, Kühe, Tuktuks, Mopeds. Alles sehr entspannt. 


Das Leben am See zu beobachten, ist super spannend. Die Kids sind zuckersüß, winken uns und strahlen uns an. Wir Mädels reden darüber, wie glücklich hier alle erscheinen… Lebensumstände die wir uns im Traum nicht auf Dauer vorstellen könnten, aber hier ganz normal und die Menschen wirken zufrieden. Ganz anders, als die Armut der wir in Indien begegnet sind. 

Auch das Streetfood ist hier ne Spur  anders: frittierte Schlangen, Hühnerfüße, Schrimpspuffer … wir traun uns nicht zu kosten. 

Die süßen kambodschanischen Kids 

Am Rückweg kommen wir zufällig bei einer Hochzeit vorbei! Was für ein Glück. 

Wir fragen unseren Tuktukfahrer, der uns schon ans Herz gewachsen ist, ob er auch verheiratet ist. Er verneint traurig. Er hat einen Gehfehler uns deshalb wollen ihn die Frauen nicht. Und wenn er mal eine findet die ihn mag, dann ist er ihr zu arm. No Money, no wife. Sad world. Er sagt aber, er ist froh das er seine Freunde hat und braucht keine Frau. Auf den Armen hat er auf Khmer „thank you mum&dad“ tattowiert. So ein lieber Kerl. 

Aufeinmal taucht ein bunter Regenbogen am Horizont auf. Wundervoll. 

Bangkok has us now (again)

Heute kommen endlich unsere Freunde an. Martin, Tanja, Isi, Adrian, Eva und Andi. Zu sechst. Soo lange freuen wir uns schon auf sie! Nach unserer Rechnung sollten sie um 13 Uhr sowas im Hotel ankommen. Sehnsüchtig warten wir an der Poolbar, es regnet..  oh nein! Adrian wird sauer sein, er hat mich gestern extra noch angerufen ob er ne Regenjacke braucht und ich hab „nieeemals“ gesagt. 

Jetzt regnets schon seit 2 Stunden und sie sind immer noch nicht da. Wir sitzen wie auf Nadeln. Endlich ruft mich Adrian an, sie sind in der Lobby und brauchen mich zum einchecken! Juhuuu!! Endlich. Ich steh im Lift und fahre die 6 Stockwerke runter zur Rezeption. Mein Herz klopft und meine Hände zittern. Die Tür geht auf und Adrian steht vor mir! Aaaahhhh da sind sie ja alle!!! Wir kreischen und fallen uns alle in die Arme!! Ich kann’s garnicht glauben, wieeee schön sie endlich wieder in die Arme zu schließen! Wir können alle garnicht aufhören zu grinsen und ich muss alle immer wieder umarmen und angreifen. Sooo soo schön!!!!!

Alle hoch zur Bar, Laurent drücken, ankommen und die ersten Cocktails schlürfen! 

Es gibt ja sooo viel zu erzählen! In den 6 Wochen in denen wir jetzt unterwegs sind, ist zuhause auch ganz viel passiert! Bewerbungsgespräche, neue Jobaussichten, Wohnungsumgestaltungen, Trennungen, Gossip, Uni, neues Semester, Bachelorthemen, …. und und und. 

Und dann gehts: Raus auf die Khaosan Road

Andi, Eva, Laurent und Martin sind mutig und kosten einen Skorpion am Spieß.


Nach einigen (vielen…sehr vielen) Drinks gehts mit einer spektakulären Tuktuk Fahrt zur Soi Cowboy! 


Die Soi Cowboy ist das Rotlichtviertel in Bangkok. Hier reihen sich die Stripclubs, Sexshows, Pingpong Shows („Pussy smokes cigarette“ „Pussy writes letter“ „Pussy electro“ um nur einige „Acts“ zu nennen) und die ganzen Girls auf der Straße aneinander. 


Dann wieder zurück auf die Khaosan Road… Parteyyy! Der Rest ist ziemlich verschwommen. Lustig wars, soviel wissen wir noch. haha 

Am nächsten Morgen sind nur die armen Studenten und Arbeitslosen beim inkludierten Frühstücksbuffet. (Hallooo? Gratis Frühstück!!) Alle andern pennen bis nach Mittags. 

Wir zeigen den Anderen den Chatuchak Weekend Market, Eva & Andi machen derweil eine Bootsfahrt am Fluss. Wir sind alle ziemlich verkatert. Abends wollen wir gemeinsam auf eine Rooftopbar. Es gibt in Bangkok nur eine (!) in der man mit legerer Kleidung (Flipflops, kurze Hosen, usw.) reinkommt. Dort angekommen heißt es: today closed. Geschlossene Gesellschaft. Was für eine Gemeinheit! Also wieder zurück zu unserer Partystraße und auf den Frust erstmal einen trinken! 


Am nächsten Morgen fühlen wir uns echt wie bei Hangover 2. Verkatert stehen wir vorm Hotel und rekonstruieren die letzte Nacht. Da spricht Martin jemand an: „Heeey Mate, I remember youuu!“ hahaha

Wir verabschieden uns von Eva&Andi die nun nach Vietnam weiter reisen. 😦 

Und chillen den restlichen Tag am Pool, lassen uns massieren und testen uns durch das Streetfood. 



Morgen gehts nun weiter nach Kambodscha! Neues Land, neues Abenteuer! Und mit unseren Lieben! Wie schön, dass ihr jetzt hier bei uns seid und wir die Erlebnisse teilen können! 💓

Salt in the air – Sand in my hair 

Unsere Planänderung früher von Indien abzuhauen, hat uns auf die wunderschöne, thailändische Insel Koh Samet gebracht. Nun sinds doch ganz offiziell vier Länder statt drei. Und wir sind so glücklich darüber. 
Koh Samet ist nur 3 Busstunden und eine halbe Stunde mit der Fähre von Bangkok entfernt. Die ganze Insel ist Nationalpark und obwohl der Tourismus auch hier in den letzten Jahren zugenommen hat, gibt es immer noch traumhaft ruhige Buchten, Dschungel und es sind hauptsächlich Thais die hier ihren Urlaub verbringen. 

Die Tage hier auf der Insel tun uns gerade sooo gut. Wir schlafen bis mittags (haben wir in den letzten 5 Wochen NIE gemacht), frühstücken lecker bei Bilbo (einem Briten der hier her ausgewandert ist, er hat auch schon fast die ganze Welt gesehen, wir quatschen über unsere Reisen, Erfahrungen und unsere Leben, er hat sich in die thailändische Sonne und in ein thailändisches Mädchen verliebt, und die zwei führen seit 6 Jahren das gemütliche Café mit dem besten Frühstück ever!).

Der Dreadhead ist Bilbo: 

Wir leihen uns ein Moped und erkunden damit die Insel! So cool, wenn man endlich mal wieder selber fahren kann, flexibel ist und umgebunden. Der Linksverkehr ist auf so einer Miniinsel (7km lang und 3km breit, mit nur einer Straße) auch kein Problem. 

Die Strände sind traumhaft, super weicher, feiner, weißer Sandstrand und türkises, glasklares Meer. Und überall sooo supersüße, verschmuste Straßen- bzw. Strandhunde. Wir sind sooo verliebt! 

Zeit zum Lesen, entspannen, erholen… die Nordindienerlebnisse stecken mir noch in den Knochen. Ich denk viel darüber nach, wie ich damit umgehen soll. Nur weil ich da weg bin, ist ja die Situation dort nicht anders. Anfangs hab ich mir mit dem „genießen“ und „loslassen“ sehr schwer getan… ich fühl mich einfach so privilegiert und hab das Gefühl ich „darf“ das alles hier nicht genießen… wieso gehts mir so gut und so vielen anderen so schlecht? Bei dem Gedanken fühl ich mich einfach nicht gut … aber ich kanns ja nicht ändern. ICH kann nichts dafür, dass unsere Welt so schrecklich unfair ist. Und ich fühl mich so machtlos… der einzige Weg, mich wieder gut in meiner Haut zu fühlen ist einfach dankbar für das alles zu sein. Und mich auf das ganze Gute auf dieser Welt zu fokussieren. Auch wenn so viel Schlimmes und Ungerechtes auf unserem Planeten passiert, gibts ja mindestens genauso viel Schönes!!! Diese wundervolle Natur, die wunderbaren Menschen und die tollen Projekte… es ist natürlich wichtig, nicht weg zu sehn und aufzustehen, aber genauso wichtig ist es das ganze Positive zu sehn und dankbar und glücklich zu sein! 

Im Meer, lass ich mich vom Salzwasser auf der Oberfläche treiben. Meine Ohren sind unter Wasser, es ist ganz leise. Ich schmeck das Salz und rieche die salzige warme Luft. Oh gott wie ist das herrlich. Einfach loslassen. 

Abends sehen wir die Feuershows am Strand! Wow, wie beeindruckend! 1000 Feuerfunken ❤


Mittlerweile sind wir fast bei der Hälfte unserer Reise angekommen. 6 Wochen sind wir nun schon unterwegs. Langsam kommen auch Gedanken an zu Hause hoch.. ich plan schon die Umgestaltung unseres Wohnzimmers. Haha. Das Kreative fehlt mir schon… und ich merk jetzt schon, dass wir ganz anders heim kommen werden, als wir gestartet sind. Da muss Zuhause auch Veränderung her. Ich denke über Bachelorarbeit, Master und Zukunft nach. Laurent über Ausbildungen und neue Jobideen.


Ach und die süßen Hundebabys hier… wir spielen den ganzen Tag mit ihnen…und können uns kaum trennen. 

Als wäre Hundekind alleine noch nicht süß genug, spielt noch ein Menschenkind mit. Zum knutschen!!! 

Soo unglaublich schön hier…. unsere Seelen fühlen sich wieder richtig wohl in unserer Haut ❤

Und außerdem freuen wir uns schon sooooo auf unsere Freunde die uns übermorgen in Bangkok besuchen!!! Juhuuu endlich ist es soweit! Wir zerplatzen fast vor Vorfreude! Ein neues Abenteuer wartet! 💕

Bangkok – Vergnügen & Konsum

Bangkok ist nach einem Nordindien Kulturschock wahrscheinlich der beste Ort um sich wieder „normal“ zu fühlen. 

Es ist einfach das krasse Gegenteil im Vergleich zu der Welt aus der wir gerade kommen. 

Hier geht es hauptsächlich um Vergnügen und Konsum. Hier bekommst du alles!!! Von billigen Hostels bis Luxushotels, günstigen Streetfood zu noblen, teuren Restaurants, tausende Märkte mit günstigen Klamotten und allem möglichen Klimbim und Luxuseinkaufzentren. Frittierte Skorpione, Spinnen, Kakerlaken und Co am Spieß, maßgeschneiderte Anzüge, Massagen zum Spottpreis, Sextoys, Viagra, Sexshows, Prostituierte,… 

Der Verkehr ist sooo leise und geregelt, keiner hupt mehr, alles gleitet dahin. 

Jeder ist freundlich und lächelt… da fühlt man sich wieder sicher und gut aufgehoben. Außerdem sooo viele Touristen… da geht man schön unter… das tut grad richtig gut. 

Ich war vor 4 Jahren schon mal hier, also das typische Sightseeing-Programm kenn ich schon, Tempel und dreckige Flüsse hatten wir auch genug in den letzten 5 Wochen… also was tun? 

Erstmal haben wir uns von dem Stress, Dreck und den intensiven Gefühlen frei gewaschen. Eine saubere Unterkunft, Wäsche waschen, ein frisches kuscheliges Bett und eine heiße, saubere Dusche! Himmel auf Erden!!! 

Wir wohnen in der Nähe der Khaosan Road – DIE Backpacker und Partystraße. Wahnsinnig touristisch, aber wie gesagt genau das haben wir gerade nötig. Wir testen uns durch das leckere Essen, die frischen Früchte (Papaya, Mango, Ananas, Melone..) und das thailändische Bier -endlich haben wir wieder Appetit und beobachten das bunte Treiben! 

Wir besuchen die verrückten, riesengroßen Einkaufszentren, auch wenn wir nix kaufen – sehenswert ist das allemal! Und den Chatuchak Weekend Market. Das ist ein Labyrinth an Ständen wo man wirklich ALLES bekommt. Von Kleidung, Essen, Schuhe, Schmuck, Gewürzen, Seifen, Ölen, Brillen, Elektronik, Schals, Tücher, Kunst, Geschirr, Lampen, Haushaltskram, Möbel, Taschen, Bücher, Filme, CDs… ALLES was man sich nur vorstellen kann. Der Markt ist soo groß das man da locker den ganzen Tag verbringen könnte und immer noch nicht alles gesehen hat. Traurig fanden wir die Tierabteilung. Da findet man Welpen, Rassekatzen, Affen, Schlangen, Fische, Schildkröten, Hasen, Meerschweinchen usw. unter katastrophalen Bedingungen. Schrecklich!! 

In Thailand gibt es keine Tierschutzgesetze. Straßenhunde sehen wir hier zwar fast keine, dafür aber ganz viele Katzen. 

Abends spazieren wir am Fluss. 

Nach den Tagen in der thailändischen Megametropole sehnen wir uns wieder nach ein bisschen Ruhe und weniger Konsuminput. Deswegen gehts morgen früh mit dem Bus auf eine Insel! 

Linn und Laurent auf Reisen