Die Anreise von Goa nach Kerala war wiedereinmal lange und schlaflos, nach 14 Stunden kommen wir gut, aber ziemlich kaputt in Cochin an. Cochin ist wieder ein ganz anderes Indien, als das was wir bis jetzt kennen. Für indische Verhältnisse sehr sauber, leise und fast geordnet. Kerala ist einer der reichsten und bestgebildesten Bundesstaaten in Indien. Wunderschöne, gepflegte, moderne Häuser im portugiesischen Stil. Kaum Kühe auf den Straßen. Die Menschen sind hier offensichtlich sehr viel wohlhabender als im Rest von Indien. Die Hafenstadt Cochin ist weltmarktführender Exporteur von Gewürzen. Es fühlt sich fast ein bisschen nach Europa an, Indien für Anfänger könnte man sagen. Nur Alkohol sucht man hier vergeblich (gibts nur in ganz seltenen Goverment Shops) und rauchen in der Öffentlichkeit ist verboten.
Am nächsten Tag kommt Laurents Mama Julia an! Glasige Augen und laanges drücken! Viel Zeit zum ausruhen vom Flug lassen wir ihr nicht, ihr Wunsch ist es in der kurzen gemeinsamen Zeit so viel wie möglich zu sehen und zu erleben. Also rein in ein Tuktuk und Sightseeing Tour. Unser Tuktuk Fahrer ist soooo ein niedlicher Typ! Er zeigt uns die tollsten Plätze und wir lachen so viel mit ihm! Wir dürfen in seinem Tuktuk rauchen (is ja „private property“) haha. Ein tolles Erlebnis war die Wäscherei, hier wird per Hand gewaschen und die Wäsche in der Sonne auf Kokosseilen zum Trocknen aufgehängt. Gebügelt wird mit elektrischen und kohlebeheizten Bügeleisen.
Auch Tempel sehen wir einige, leider nur von außen, weil wir als nicht-Hindu nicht rein dürfen.
Julia möchte unbedingt Saree shoppen, unser lieber Tuktuk Fahrer bringt uns zu einem Geheimtipp. Wir sitzen stundenlang da und bewundern die wundervollen Stoffe und Julia gibt eine große Bestellung auf an Sarees und Panjabis, die für sie geschneidert werden.
Glücklich gehts weiter zum Gewürzmarkt, ein uraltes Gebäude „Ginger Palace“ in dessen Hof der Ingwer und andere Gewürze getrocknet wurden.
Wir besuchen auch zwei Kirchen, eine davon ist die älteste Kirche in Indien. Wir bekommen bisschen was vom Weihnachtsgottesdienst mit und fühlen uns sogar ein bisschen an Zuhause erinnert.
Ein Highlight für uns war zum Sonnenuntergang die chinesischen Fischernetze zu bestaunen. Und die Cochiner beim frischen Fisch ersteigern zu beobachten. Beeindruckend wie hier gefeilscht wird und was für riesige Fische angepriesen werden.
Am nächsten Tag (24. Dezember) gings dann früh los in die Berge nach Thekkady. Eine 8 stündige Fahrt durch eine beeindruckende Bergkulisse und wunderschöne Teefelder. Traumhaft!!!
Am Weg kommen wir bei ganz vielen Rubber trees vorbei und schauen uns die Produktion von Kautschuk (Gummi) an.
Und kosten am Weg einen Saft aus in Salz eingelegten Limetten. Viel Zucker, viel Salz… gewöhnungsbedürftig.
Abends werden wir super rührend in unserem Guesthouse in Thekkady in den Bergen begrüßt! Unser Christmas Dinner sind sauscharfe Dosa. Ein salziger Fladen mit indischer Masala Füllung.
Danach gibts Bescherung. Julia hat Geschenke vom österreichischen Christkind mitgebracht. Meine Eltern haben uns selbstgemachte Kekse, Frankfurter Würstel für’n Laurent und Rotwein geschickt und Laurents Tante Ko einen selbstgebastelten Christbaum. Wir sind soooo überrascht und gerührt. Beim Lesen der Weihnachtskarte kullern die Tränen. Soo soo lieb!!! Wir sitzen am Balkon, trinken Rotwein, essen Kekse, hören Weihnachtsmusik und singen „Oh Tannenbaum“. Ich fühl mich sooo gesegnet, übers WiFi flattern die ganzen Weihnachtswünsche zu uns. Sooo schön, hätte mir nicht gedacht, dass ich tatsächlich Weihnachtsgefühle haben werde. Außerdem ist es hier in den Bergen sogar ziemlich kalt, 18° abends – seit Nepal das erste mal wieder mit Leggin, Socken und Schal. Richtig authentisch weihnachtlich. Ach wie lieb ich doch meine Familie und Freunde alle hab!! Danke euch für alles!!! Und schön meinen Schatz und Julia hier zu haben, fühlt sich richtig familiär an❤
Am nächsten Tag machen wir eine 8 stündige Dschungel Safari Trekkingtour in einem Nationalpark mit Elefanten, Tiger, Leoparden, Bären, Affen, .. usw. Ein spannendes Erlebnis mit einer kleinen Gruppe und 3 Rangern, einer davon mit Gewähr. Am Weg dorthin sehen wir schon ganz viele Affenbanden die (absichtlich) vom Baum runter lullen, direkt auf uns. Ich bekomm eine Ladung voll ins Gesicht/Auge. Yeay! Bringt vielleicht Glück. Auf unserer Wanderung sehen wir Elefanten, Affen, riesige Eichhörnchen, Vögel, einen frischen Tiger Footprint im Schlamm, Tigerkratzspuren an Bäumen, Rehe, Wildschweine, Wilddogs … und eine wundervolle Naturkulisse und machen eine Bamboo Floßfahrt auf dem See. Anstrengend in der Hitze, aber super spannend. Ein Ranger erzählt mir und Laurent, dass schon 3 Ranger von Elefanten getötet wurden und zwei Touristen von einem Leopard und einem Bären angegriffen wurden. Gruselig!
Abends kühlen wir uns noch im Pool ab, bevor es wieder (für uns) eisig kalt wird. Ein spannender Tag!



























































































