Goa has changed. Das sehen und hören wir von allen Seiten. Das ehemalige Hippie Paradies war einmal… die Russen die hier überall anzutreffen sind, haben Goa den Hippieflair genommen. Auch wenn es immer noch versteckte Hippieplätze gibt und auch noch einige alternative Europäer und Israelis hier leben und urlauben… das kreative, chillige, entspannte Goa aus den 60/70ern ist vorbei…. Wir haben in den letzten Tagen viele Menschen kennen gelernt und tolle interessante Gespräche geführt. Die Russen sind bei den Locals total unbeliebt. Aber wir bekommen von den Locals viel Liebe und ehrliche Interesse. Ich hab letztens mit einer Inderin am Markt geplaudert, nach ein paar Minuten fragte sie mich, wo ich herkomm, weil Russin bin ich bestimmt keine, das merkt sie sofort an meiner liebevollen Art. Schade für Goa und schade für die Locals die hier leben. Aber wir haben uns trotzdem in das bunte Goa verliebt. Die Menschen hier sind sooo lieb und wir haben so tolle, lustige Gespräche mit ihnen. Das indische Kopfwackeln, fällt uns hier ganz stark auf. Es gibt ganz viele verschiedene Arten wie sie mit dem Kopf wackeln und das hat auch ganz viele verschiedene Bedeutungen. Für uns immer ein bisschen verwirrend aber langsam haben wir den Dreh raus. Ich liebe die Architektur hier. Eine Mischung aus portugiesischen Fincas, bunten Hütten und indischen Häusern. Kirchen, Kapellen, Kreuze, Jesusstatuen, Hindu Tempel und Shivastatuen wechseln sich ab. Und sooo viele Palmen!!! Tropisch, bunt, freundlich… wirklich super schön! Klar, auch hier gibt es das übliche Müllproblem… aber wenn man sich so wohl fühlt, blendet man das irgendwie automatisch aus.
Die letzten Tage zog der Zyklon Ockhi an Goa vorbei. Shiva sei Dank nicht direkt über uns. Keiner wurde verletzt, aber die riesigen Wellen vom Zyklon und ein Supermoon (Vollmond der ganz nahe an der Erde ist) haben ganz starke Fluten ausgelöst, die am Strand die Hütten wegschwemmten. Die Menschen haben ihr ganzes Hab und Gut und ihre Existenz Quelle verloren. Wir lesen in der lokalen Zeitung, dass die Menschen am Strand total sauer sind, da sie keine Warnungen von der Regierung oder den lokalen Medien bekommen haben. Keiner wusste von dem Zyklon. Mittlerweile zog er über Mumbai mit starken Regengüssen und Wind und hat sich nun aufgelöst. Es ist vorbei.

Bei uns regnete es zwei Tage. Den ersten Tag verbrachten wir nur im Zimmer und uns fiel fast die Decke auf den Kopf. Nach über 2 Monaten, in denen sich unser Leben fast nur draußen, an der mal mehr mal weniger frischen Luft, abspielte, halten wir es in einem geschlossenen Raum nicht lange aus. 😂
Am zweiten Regentag borgten wir uns zwei Mopeds und fuhren zum Anjuna Market. Den größten Hippiemarkt in ganz Indien. Warum zwei Mopeds? Da wir zu zweit auf einem Roller immer zu streiten anfangen und mittlerweile fast jedesmal Verletzungen davon tragen, haben wir uns entschieden in Zukunft lieber getrennt zu fahren. 😂 Da fühlen wir uns sicherer. Haha
Der Verkehr hier ist eine echte Herausforderung. Linksverkehr. Die Straßen voller Sand, Schlaglöcher und Speedbreaks. Die Regeln sind eigentlich einfach. Wenn man überholt (geht übrigens von links und von rechts, das ist egal) , hupt man. Wenn man auf eine Kreuzung, in einen Kreisverkehr oder eine Kurve fährt, hupt man auch. Also eigentlich muss man die ganze Zeit den Daumen auf der Hupe haben und bei dem Hupkonzert mitwirken. Der Stärkere hat immer Vorrang, wer bremst verliert.
Am Markt regnet’s so stark, dass die meisten Shops geschlossen haben. Uns erinnert das ganze total an unsere Festivals. Es riecht nach Räucherstäbchen und Haschisch, Trance Musik dröhnt aus lauten Boxen, Gewürze, Schmuck, Kleidung, Tücher und Schals werden angepriesen. Wir lernen eine super liebe Iranerin kennen, die uns an ihrem Stand ihr selbst gemachtes Sandwich anbietet: „its the best Sandwich in India, it will change your life“. Wir bekommen ein Brötchen mit Erdäpfelkäse und Essiggurkerl. Mhhhhm das schmeckt nach Heimat!!! Wir hatten eine tolle Zeit dort am Markt und haben viele liebe Menschen kennen gelernt.

Am Heimweg platzte mein nur profesorisch geflickte Loch im Reifen auf und ich hatte einen Platten.

Aber die nächste Werkstatt war nicht weit und wir bekamen sofort Hilfe. Wie lieb sie doch sein können die Inder. Eine ganz andere Mentalität als die im Norden.
Und das Essen hier ist soooo der Wahnsinn!!! Sooo soo lecker!
Auch die Kühe auf der Straße sind nicht so aggressiv. In Nordindien hatten wir schon echt Bammel vor den kampflustigen Stieren. Hier sind sie viel entspannter.


Eine ganz besondere Begegnung hatten wir in meinem Tattoostudio, indem ich mein Reisetattoo finalisieren lassen habe. Die zwei indischen Brüder dort sind nicht nur wahnsinnig talentierte Künstler sondern auch sooo interessante, liebenswürdige Menschen. Wir verbrachten sooo eine schöne Zeit zusammen, lachten soo viel und hatten sooo tolle Gespräche. Wir wussten garnicht wer sich mehr über diese Begegnung gefreut hat, wir oder die Zwei. Seelen Connection. Wenn man das bei einer fremden Person ab der ersten Minute spürt, ist das ganz was besonderes. Solche Begegnungen hatten wir nun schon öfters auf unserer Reise und jedesmal ist es eine riesen Bereicherung für uns!






















