Mein absoluter Lieblingsflughafen? Siam Reap Airport! Schon als wir hier ankamen, war ich total begeistert und auch beim Abflug verlief alles wie am Schnürchen. Der Flughafen ist super klein, sauber, modern, tolle Architektur, alles geht super schnell und unkompliziert. In den letzten Monaten haben wir schon viele Flughäfen gesehen, dieser ist unser absoluter Favorit! Unser erster Flug geht nach Kuala Lumpur, Malaysien mit Malaysian Airline. Klingelts da? Ja genau, das ist die Airline wo vor drei Jahren ein Flugzeug einfach verschwand. Auch nach der teuersten Suchaktion der Geschichte, ist es immer noch spurlos verschwunden. Ein komisches Gefühl in den Flieger einzusteigen, aber ja… wird schon gut gehen. 😀
In Kuala Lumpur müssen wir noch 3 Stunden auf den nächsten Flieger nach Mumbai warten. Mit uns am Gate warten schon ein Haufen Inder. Laurent kriegt die Krise. Was er am schlimmsten fand an Indien? Die unhöfliche, respektlose Art der Inder. Vordrängeln, ins Ohr schreien, ins Gesicht Husten, vor die Füße spucken… hier am Gate bekommen wir wieder einen „tollen Vorgeschmack“ was uns nun wieder erwartet. Ich muss lachen, meinen Schatz bringt ja selten was aus der Ruhe, keine Tschick rauchen können und unhöfliche Inder bringen ihn zur Weißglut. haha
Im Flieger haben wir drei Sitze für uns, herrlich. Und: es gibt Wein! Yeah! Seit 2 Monaten haben wir keinen Wein mehr getrunken. Den letzten gabs bei unserem allerersten Flug nach Kathmandu. Wein ist Mangelware in Asien und wenns mal einen gibt dann zu horrenden Preisen. Wir genießen die zwei Becher Weißwein und ich schau mir einen super schönen, traurigen Film an: „My sisters keeper“ (Empfehlung!! Unbedingt ansehen) – und heul mir die Augen aus. Mal so richtig ausheulen tut gut… plötzlich setzt sich ein großer, dicker Inder neben uns. Er ist soo mächtig, dass er 1.5 Sitze braucht… die restlichen Flugstunden sind wieder sehr ungemütlich und beengt. Als wir zur Landung ansetzen, schauen Laurent und ich aus dem Fenster. Unter uns glitzert Mumbai in der Nacht. Uuuuuunpackbar wie riesig diese Stadt ist. 12 mal so viele Einwohner wie Wien. Puuuhhh. Wir stoßen unsere Fäuste aneinander: Yesss wir haben den Flug überlebt, und sind nicht verschwunden. Da schaut uns der dicke Inder neben uns an und fragt: „First time in India?“ wir erzählen, dass es mein drittes Mal ist und Laurents zweites Mal. Er grinst uns an und sagt: „Welcome to India“.
Mumbais Flughafen ist ziemlich modern für indische Verhältnisse und hat super coole Kunst ausgestellt.
Um halb 1 Nachts kommen wir im Hostel an. Das Zimmer ist klein und stinkig. Die Luft ist total feucht und dick. Es riecht modrig und schimmlig… naja, es sind ja nur zwei Nächte. Total erledigt fliegen wir ins Bett und versuchen zu schlafen. Klappt leider nicht. Draußen liefern sich Katzen einen Kampf nach dem nächsten, die schreien so laut, dass nicht mal Ohropax helfen. (Am nächsten Tag sehen wir, dass die Katzen hier so groß sind wie Hunde! Das erklärt einiges…) Die schlechte, dicke Luft lässt uns auch nicht einschlafen… am nächsten Morgen wandel ich schlaflos runter zur Rezeption und frag ob wir Zimmer tauschen können, ich konnte die ganze Nacht nicht pennen! Leider sind alle Zimmer ausgebucht, als Trostpflaster bekommen wir einen Lavendel Raumspray. Laurent tüftelt an der Klimaanlage herum und findet einen Modus der „Dry“ heißt,… das bessert die Luft tatsächlich ein bisschen.
Wir gehen raus und machen uns auf die Suche nach Frühstück. Wir sind hier in einem Vorort bzw. Außenstadtteil von Mumbai „Santacruz“. Rein in die Stadt kommt man am schnellsten und günstigsten mit dem Zug, das dauert ca. eine Stunde, wenn alles glatt läuft. Dafür sind wir viel zu müde… außerdem hat Laurent keine Lust auf Großstadt Dschungel und schon garnicht indischen! Also erkunden wir hier mal die Gegend.
Die Straßen sind überraschend sauber, keiner starrt uns an, keine Kühe auf der Straße und das hupen hält sich auch in Grenzen. Wow, so sieht also das „moderne“ Indien aus. Santacruz ist hauptsächlich Wohngegend der Mittelklasse (wenns hier sowas überhaupt gibt), außerdem gibts hier eine Universität – wir sehen ganz viele Studenten bei Starbucks (oh ja das gibts hier, auch McDonald’s und KFC).
Mir gefällt, dass hier die Straßen so grün sind, erinnert mich an die Wohngegend in Rio, wo Carmen&Jucara wohnen die wir dort mal besucht haben.
Sieht halbwegs edel aus oder? Lustig, wenn dann doch wieder mal jemand auf der Straße sitzt und am Gehsteig rasiert wird oder die vielen Ratten bei uns vorbei huschen. Is halt doch immer noch Indien.
Die zweite Nacht verlief etwas besser, die Luft im Zimmer konnten wir von total stickig und Schimmelgeruch auf bisschen stickig und Moskitosprayduft verbessern. Hier gibts sooooo viele Mosquitos!! Und leider auch Malariagefahr, durch die Slums und Feuchtgebiete rund um Mumbai.
Am nächsten morgen, halbwegs ausgeschlafen, machen wir uns auf die Suche nach Coffee. Ich probiere den neuesten Trend: Golden Cappuccino. Ein Glitzer Kaffee.
Ahhh was wir nicht alles tun würden für guten Kaffee!!! Herrlich!!!
Da kann ich mich ja wirklich wieder halbwegs mit Indien versöhnen. Laurent ist weniger begeistert, er mag einfach keine Großstädte… und schon garnicht die indischen. Ja klar ist es hier besser als im Norden, aber richtig wohl fühlt er sich hier auch nicht. Ich versteh das.
Warum ich mich dennoch irgendwie versöhnt fühle mit Indien? Der deutsche Gründer der Schule in dem Dorf in Bihar, wo es mir so dreckig ging, hat sich bei mir gemeldet. Ich hatte ihm nach einer Woche Erholung und Reflexion eine lange Mail geschrieben. Ich wollte ihm einfach ein Feedback geben, damit er weiß welche Zustände in dem Hostel herrschen. Ich bekam bis jetzt keine Antwort. Über die Facebook Seite konnte ich ihn auch nicht mehr erreichen. Als ich mir vor ein paar Tagen mal die Zeit nahm, alle Hostels zu bewerten, schrieb ich ihnen dann doch ne ehrliche (und somit schlechte) Bewertung auf booking, das hast du davon wenn du mich ignorierst! Auf einmal meldet er sich bei mir! Anfangs war er sauer, warum ich ihn denn nicht privat kontaktiert habe…er hat mein Mail offensichtlich nie erhalten.. nach einigen Mails aber war er super verständnisvoll. Wir hatten wirklich tolle Gespräche per Mail und das tat richtig gut. Im Endeffekt war er nun auch total dankbar über mein Feedback und hat mir erklärt warum das Thema Sauberkeit so so schwierig ist im Hostel. Zum Beispiel darf nur eine bestimmte Kaste Klo putzen, sonst werden sie von den anderem im Dorf beschimpft und bespuckt. Das erklärt einiges…. Diese tollen, interessanten und verständnisvollen (von beiden Seiten) Mails helfen mir, mit dem Kapitel Nordindien besser abzuschließen.
So, in ein paar Stunden gehts weiter nach Goa! Freu mich schon an die Orte zurück zu kehren, die ich mit meiner Mum vor 4.5 Jahren besucht hab. Heute ist der 1. Dezember, sooo komisch für uns. Auch hier sieht man ab und an Weihnachtsklimbim. Von Zuhause bekommen wir Schnee & Glühwein Fotos. Kommt uns total surreal vor.















