Nach unserem Trekkingabenteuer geht es früh morgens zu den Teeplantagen in Thekkady.
Julias Traum, einen Tiger zu streicheln, konnten wir ihr „leider“ nicht erfüllen in den Bergen, aber die Tigerspuren im Schlamm und die Kratzspuren in den Bäumen waren super beeindruckend, so nahe an einer so großen Raubkatze zu sein, ist ein wahnsinnig spannendes Gefühl.

In Thekkady sehen wir gaaaanz viele Teepflanzen, super schöne Grüntöne und dazwischen Kokos- und Bananenpalmen, Pfeffer, Bettelnuss und viele andere Gewürze. Super schöne Kulisse! Wir besuchen eine Tea Factory und bekommen eine Führung durch die Plantage und die Fabrik.


Wir erfahren super spannende Infos zur Teeproduduktion. Zum Beispiel, dass die Briten den Tee nach Indien brachten (aus China), der weiße Tee nur aus den frischen, ganz jungen Blättersprossen gemacht wird und nur in China produziert wird. Deshalb ist der weiße Tee auch so viel teurer. Generell werden nur die frischen, hellen Blätter für die Teeproduktion verwendet. Die Pflanzen können bis zu 100 Jahre alt werden, in China gibt es sogar 1000 Jahre alte Teepflanzen. Geerntet wird das ganze Jahr über, im Mai-April ist die ertragreicheste Zeit hier in Kerala. Zum Teetrocknen verwenden sie Holzfeuer, dass kommt sehr teuer aber Strom wäre noch teurer bzw zu unzuverlässig mit den ganzen Stromausfällen hier in Indien. Besonders spannend war auch das Tee zubereiten, zuerst kochen sie das Wasser, dann kommt der pulverisierte oder granulierte Schwarztee in den Topf, maximal 6 Minuten ziehen lassen, dann absieben und mit heißer Milch vermischen, erst ganz zum Schluss kommen die Gewürze dazu. Dann gießen sie eine Portion in eine Tasse und dann von einer Tasse in eine andere hin und her um Tee, Milch und Gewürze zu vermischen, die Milch zu „schäumen“ und den Tee etwas abzukühlen.
Wir sind dort wieder ein ziemliches Magnet für die indischen Touristen und werden um einige Selfies und Fotos gebeten.

Danach gehts weiter in den benachbarten Bundesstaat Tamil Nadu. Unser Ziel ist Madurai, eine typische, riesige, dreckige, quirrlige, chaotische und bunte Stadt. Indien, so wie man es sich vorstellt. Hier gibt es einen großen Tempelkomplex, der 3. größte Tempel in ganz Indien ist hier zu finden. Nach einer langen, anstrengenden Fahrt, erreichen wir das chaotische Madurai. Wir essen in einem ganz einfachen, super billigen „Restaurant“ auf Bananenblättern und werden vom Kellner beim Essen direkt neben dem Tisch beobachtet. Weiße Gäste haben sie wohl nicht oft. Generell sehen wir in Madurai kaum Weiße. Uns wird auch noch erklärt, dass die Preise auf der Karte „old prices“ sind, wir also das doppelte zahlen. Haha. Im Endeffekt zahlen wir 2 Euro pro Gericht.

Wir schlendern durch das quirrlige Tempelviertel und entdecken super bunte Stoffgeschäfte. Julia und ich fühlen uns wie im siebten Himmel. Soooo schöne Farben, Muster und Materialien. Und diese Auswahl! Wahnsinnig schön!


Wir lassen uns indische Kleidung schneidern. Laurent ein Hemd und ich das Oberteil vom Panjabi. Julia auch wieder ein paar Panjabis (ein Dreiteiler aus Hose, langem Oberteil und Schal). Um 15 Euro einen auf mich geschneiderten Seiden-Baumwolle Panjabi mit goldener Borte – da kann man nicht nein sagen 😂

Abends bekommen wir noch die Zeremonie vorm Tempel mit. Hier wird Meenakshi (Frau von Shiva) bettfertig gemacht, die Statue wird aufwendig gewaschen, gekämmt, die Nase geputzt, zwischen durch wird ihr immer mal wieder der Spiegel vorgehalten… super lustig zum ansehen. Danach wird sie mit viel Tamtam und begleitet von einer geschmückten Kuh und einem Elefanten in den Tempel gebracht. Julia ist ganz gerührt von dem Hinduismus, den Tempeln, den Ritualen und Zeremonien… Laurent und ich, haben schon so viele Tempel gesehen, wir haben mittlerweile schon eine Überdosis Hinduismus abbekommen… für uns ist es mehr zum schmunzeln.

Am nächsten Tag besichtigen wir den Königspalast. Beeindruckende Skulpturen und ein imposantes Gebäude. Für die indischen Besucher, waren wir jedoch viel interessanter, als der Palast. Wir machen um die 35 Selfies mit ihnen. Super süße Kindergruppen, Familien, Männer die mich bitten ihre Frauen in den Arm zu nehmen und uns zu fotografieren. Anfangs wahnsinnig entzückend, nach dem 20 Foto aber super nervig. Naja, nein sagen kann man ja auch nicht, wenn sie so wunderlich sind mit uns.


Danach besichtigen wir die Tempel von Innen. Dresscode ist Schultern bedeckt und lange Hose. Laurents Hose wird nicht geduldet, er kommt nicht durch die Kontrolle. Aber Hilfe naht, ein Inder borgt ihm für 30 Rupie ( ca. 40 Cent) einen Lunghi (ein Tuch, dass hier die Männer als Rock tragen). So darf er nun rein. Er ist ziemlich sauer, Julia und ich lachen uns ins Fäustchen.

Sooo schön bunt die Tempel!!! Beeindruckend die alten Bauwerke und die ganzen Farben!

Von Innen dürfen wir leider keine Fotos machen. Sehr mystische Stimmung und wieder viel lautes Tamtam. Es ist so schön zu sehen, wie Julia von dem Geschehen berührt ist. Sie könnte stundenlang in den Tempeln verweilen. Laurent und mir ist das wiedermal zu krass. So laut, so viele Menschen. Der Hinduismus ist uns einfach zu übertrieben,… wir setzten uns vor den Tempel, genießen die Stille und beobachten 100te von Streifenhörnchen die zwischen den Götterfiguren herum klettern. Madurai hat mich beeindruckt mit seinen Farben und den suuuuper lieben Menschen. Auch wenns anfangs nicht auf unserem Plan stand, wars nochmal ein richtiges eintauchen in das chaotische Indien.
Am nächsten Tag gehts wieder früh morgens weiter nach Kanyakumari, immer noch Tamil Nadu – die Südspitze Indiens. Dort wurde Ghandis Asche im Meer vertreut. Hier fließen 3 Meere zusammen.

Wir werden wieder viel beobachtet, heimlich fotografiert und die mutigen bitten wieder um Selfies.
Der Sonnenuntergang bei den Felsen ist wunderschön. Das Meerwasser donnert gegen die Felsen und spritzt, sprudelt und schäumt. Wir sitzen auf den Felsen und beobachten die riesigen Wellen und den glühenden Feuerball.

In Kanyakumari bekommen wir keine Unterkunft mehr… Weihnachten ist einfach eine schwierige Reisezeit, doppelt so teuer, viel ausgebucht, keine Driver verfügbar, … deshalb gehts nach dem Sonnenuntergang noch 85 km weiter nach Kovalam. Es ist die Hölle los auf den Straßen und wir kommen nur im Schneckentempo voran. 4 Stunden für 85 km. Thats India. Wir kommen an gefühlt 100 Kirchen vorbei mit lauten Gottesdiensten über Lautsprecher und super kitschiger Weihnachtsbeleuchtung. Alles glitzert, leuchtet und blinkt. Sooo schräg. So stellt man sich Indien nicht vor, aber dieses Land überrascht uns immer wieder.






































































































































































































































































































































































































