Angkor „What?“ und Montezumas Rache

Angekommen in Sihanoukville am Festland, haben wir erst mal den Boden geküsst und uns dann auf den Weg zum Nachtbus gemacht. Ging sich alles noch gut aus. Die Busfahrt war wieder sehr schlaflos, aber ganz gemütlich. Nur die Klimaanlage machte Laurent zu schaffen, ist nun schon das dritte mal, dass er von der Klima Schnupfen und Husten bekommen hat. 

Angekommen in Siam Reap legten wir uns erstmal aufs Ohr und holten den Schlaf nach, duschen, essen… dann waren wir wieder fit! 

Abends wurden Laurent und ich von allen zum „Abschiedsessen“ eingeladen. Soo lieb! Als danke, dass wir alles gemanaged und geplant haben. Für die Fleischesser gabs köstliches Pulled Pork und für mich eine Falafel Plate! Köstliches Schlemmen und reflektieren der letzten drei Wochen! Ach wie lieb ich sie alle hab! 

Am nächsten morgen gehts im dunklen um 4:30 los zum Sonnenaufgang zu den Tempeln von Angkor Wat! Mein absolutes Highlight und Grund warum ich überhaupt nach Kambodscha wollte! Isi hatte eine schlaflose Nacht, auch sie hat es nun mit Magen-Darm erwischt. 😦 So muss sie leider im Hotel bleiben und wir starten zu fünft. 

Den Sonnenaufgang sehen wir beim Haupttempel Angkor Wat. 


Ein traumhaftes Farbspiel ❤

Die gesamte Tempelanlage Angkor ist mehr als 200 km/2 groß und hier befinden sich mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer. Um alles zu sehen muss man eine ganze Woche einplanen. 

Angkor Wat ist der wichtigste und quasi das Zentrum. 


Wir sind total beeindruckt, wie konnten die Menschen damals ohne Hilfe von Maschinen und Kräne so hoch bauen und die ganzen Muster und Figuren im Stein, alles per Hand… super beeindruckend!! 

Martin gehts leider auch nicht gut, auch ihn hats nun mit Magen-Darm erwischt, nach dem ersten Tempel verlässt er uns und fährt zurück zum Hotel. 

Unser zweiter Tempel ist Bayon. Hier wurde ein Teil vom „Lara Croft“ gedreht. Wunderschöne Tempel Ruine mit ganz vielen eingemeisselten Gesichtern. Sooo schön!! 

Wir sind so happy, dass wir die Chance haben dieses beeindruckende UNESCO Kulturerbe zu bestaunen! Wirklich soo wundervoll, da ist die Müdigkeit und der flaue Magen der uns alle begleitet, halb so wild. 

Der dritte Tempel ist Ta Phrom. Eine Tempelruine, mit ganz vielen Pflanzen und Bäumen die in den Trümmern ihre Wurzeln schlagen. Die Natur holt sich ihren Platz zurück. Die ganzen Farben…. sooo wundervoll!!! 


Glücklich und K.O. kommen wir zurück ins Hotel. Isi und Martin gehts leider richtig richtig dreckig. Wir recherchieren ein bisschen und erfahren, dass dieses Asien-Magen-Darm-Problem „Montezumas Rache“ genannt wird. Das gehört offensichtlich zu jeder richtigen Asien Backpacker Reise dazu. Wir Europäer mit unseren empfindlichen Organen, vertragen die feuchte Luft, die Hitze, das Essen und das Wasser hier einfach nicht immer. Die letzte Nacht war für Martin noch ziemlich herausfordernd, er verbrachte die meiste Zeit am Klo der Arme. 

Am nächsten Morgen sitzen wir alle ziemlich gerädert beim Frühstück. Heute ist Abreisetag für unseren Besuch. Alle sind ziemlich K.O. … teilweise Vorfreude auf zu Hause, teilweise Abschiedsschmerz! 

Martin noch mit Immodium Akut ausgestattet, dass nun auch nichts schief geht beim Flug… alle gedrückt und ins Tuktuk gesetzt. See you in one month my lovelies! 

Es war eine wunderbare Zeit mit euch! Soo viel Party und Lachen, Höhen und Tiefen… viele Gespräche, viel gemeinsames Nachdenken und Reflektieren. Aufregende Abenteuer, gemeinsames genießen im Paradies! Danke für euren Besuch und kommt gut und sicher nach Hause! Wir lieben euch! 

Jetzt mit heimfliegen? Ein netter Gedanke, gerade jetzt wo Zuhause bei uns war, haben wir gemerkt das wir Zuhause ganz schön vermissen. Aber auf uns wartet ja noch ein ganzes Monat voller Abenteuer. 

Für uns gehts dann morgen BACK TO INDIA. Nun ist der Süden dran, Mumbai: neue Chance, neues Glück! Vielleicht verlieben wir uns ja diesmal in das crazy Indien. Wir freun uns schon drauf! ❤

Barfuß im Sand

Jetzt ist es gerade ein bisschen ruhig um uns geworden, in der Blog-freien Zeit ist viel passiert. Viel Schönes, aber auch viel weniger Schönes. Aber von Beginn an: 

In der Nacht bevor wir auf die Insel Koh Rong (eins unserer Highlights von Kambodscha) gefahren sind, gabs ein meeeega Gewitter. Sooo lauter Donner, als würde die Welt untergehen. Am nächsten morgen erfahren wir, dass das die Ausläufer von dem schlimmen Sturm sind der Anfang November Vietnam verwüstet hat und bei dem 30 Menschen starben. Jetzt am Vormittag ist aber wieder alles ruhig und die Speedbootfahrt nach Koh Rong kann ohne Probleme stattfinden. 

Die Fahrt war super ruhig und angenehm, außer bisschen Magenausheben und kaltem Wind der uns frösteln ließ, verlief alles ziemlich gechillt. Wir waren echt überrascht, da wir von Freunden schon viele Horrorgeschichten von der Fahrt erzählt bekommen haben. 

Angekommen auf der Trauminsel regnets. Aber das stört uns kein bisschen. Koh Rong ist die größte Insel Kambodschas, es gibt keine Bankomaten hier und es  werden auch keine Kreditkarten akzeptiert, also mussten wir uns am Festland noch mit Geld, Tschick und billigen Alkohol eindecken, es gibt auch keine Straßen, sprich auch keine Autos und Tuktuks, vieles ist noch sehr naturbelassen, einsame Strände, kristallklares Meer, Dschungel, und ganz viele junge Partypeople. 

Wir wohnen in urigen Bungalows direkt am Strand. Ein Traum. 


In den ersten zwei Nächten erleben wir wieder schaurige Gewitter. Der Donner ist sooo laut, dass es in den Ohren kracht. Viel lauter als die Gewitter Zuhause. Die Donnerschläge sind so mächtig, dass die Erde zittert. Da wackelt das ganze Bungalow. Für Gewitterliebhaber wie Martin und Laurent ein Wahnsinnserlebnis! Für Gewitterangsthasen wie mich, schrecklich!!! Mein Herz pocht und ich mach mir fast in die Hose! Wir lenken uns ab mit Drinks, guter Musik und Schachspielen. Der Manager der Bungalow Anlage ist ein super lieber Israeli: Ben. Er behandelt uns wie Special Guests, wir dürfen unseren mitgebrachten Alk hier in seiner Bar trinken, kriegen regelmäßig Drinks aufs Haus, dürfen die Musik bestimmen und die Jungs probieren stundenlang ihn im Schach zu schlagen (ohne Erfolg). 

Am nächsten Morgen ist endlich wieder die Sonne da und wir genießen den Tag an diesem wunderschönen Strand, direkt vorm Bungalow! 


Tanja geht’s leider garnicht gut. Die „Koh Rong Flu“ hat sie erwischt. Kotzen, Durchfall, Gliederschmerzen… und dann auch noch einen bösen Sonnenbrand. Die arme Maus verbrachte die meiste Zeit auf der Insel im klimatisierten Bungalow. Wir lesen in der Zeitung, dass gerade zwei Backpacker Mädels in Kambodscha gestorben sind, nachdem sie wegen Durchfall Medizin aus der lokalen Apotheke genommen haben. Also keine lokale Medizin! Unsere mitgebrachten Schmerztabletten, Immodium, Copaibaöl, und eine Fastenkur muss reichen um wieder zu gesunden. 

Mitte der Woche machen wir mal getrennt was. Auch wenn es super schön ist alle sechs zusammen zu sein… Reisen in solche Länder bringt jeden zum Nachdenken und da schaden ein paar Stunden mal alleine sein oder zu zweit zum Gedankenteilen nicht. Isi macht eine anstrengende Wanderung durch den Dschungel zu einem einsamen Traumstrand. 

Lustige Schilder am Weg. 

Martin und ich machen einen Spaziergang durch den Dschungel zu den anderen Stränden an unserer Küste. 

Wir sprechen viel über die Zukunft. Ich weiß einfach nicht was ich nach der Uni machen soll. Master ja oder nein? Welchen? Linz, Wien oder Graz? Oder doch zurück zum Attersee? Oder doch Arbeiten? Zurück in die Reisebranche? Oder ganz was anderes? Ich kann mir irgendwie sooo viel vorstellen und irgendwie dann wieder garnichts. Das stresst mich so. Ich hab das Gefühl als müsste ich auf dieser Reise die Erleuchtung bekommen. Aber eigentlich hab ich ja eh noch ein ganzes Jahr bis zum Bachelor. Ich merk ich bin irgendwie grad garnicht in meiner Mitte. Gedanklich in der Zukunft oder in der Vergangenheit. Den jetzigen Moment genießen: ganz schwer. Vielleicht ist das weil grad die Freunde von Zuhause da sind, dass ich so viel an Zuhause denken muss. 

Laurent und Adrian liefern sich ein Schachduell nach dem anderen. 

Wir verbringen die Tage auf der Insel mit baden, Massage, essen, Drinks und Billiard. 

Zweimal werden wir von Affen angegriffen. Die springen zu uns auf den Balkon, klauen alles was sie in die Finger bekommen und wenn man sie verscheuchen will, machen sie sich groß und hauen mit den Fäusten auf den Tisch, kommen immer näher, schauen dir genau in die Augen und knurren und fauchen. Also Flucht ist hier die beste Verteidigung.


 Wir werden beschützt von den drei Hunden der Bungalow Anlage: „Beppo“, „Tanya“ und „Big Balls“ – sobald sie Affen sehen, verscheuchen sie die kleinen Frechsachse und legen sich zu uns und halten Wache. 

Abends steht dann ein weiteres Highlight an: Fullmoon Party am Strand! 

Wir verbringen eine zauberhafte Nacht, tanzen, gwatschen mit ganz vielen anderen Travellern über unsere Reisen, Erfahrungen, Leben und Lieben. 

Adrian stürzt am Strand über einen Stein, schlägt einen Salto und verletzt sich am Fuß, Hüfte, Arme und Beinen. Blut und Schmerzen. Das wars jetzt mit Baden für ihn. 

Laurent und ich erleben magische Stunden in der Nacht im Meer. Wir gehen im Dunklen baden und rund um uns glitzert ganz viel floureszierendes Plankton! Wie kleine Glühwürmchen im Wasser! Vom Strand hören wir die Musik und das Lachen der Party… am finsteren Horizont sehen wir Wetterleuchten und rund um uns das glitzernde Plankton. Dieses Erlebnis kommt aufjedenfall in die Top 3 Highlights unserer großen Reise.  

Aber auch wir merken am nächsten Tag, dass wir uns Knie und Füße aufgeschürft haben. Ganz schön viel Verletzungen in letzter Zeit. Martin und ich beim Mopedfahren. Alle auf der Party. Laurent rutschte mal im Nassen auf einer steilen Stufe aus und schürfte sich den Oberarm auf. Isi stürzte zweimal bei ihrem Dschungel Abenteuer und unsere Tanjamaus musste so viel leiden mit Durchfall und Kotzerei. 

Tanja wird um 5 Uhr morgens munter und schaut auch noch auf der Party vorbei! So schön, dass sie zumindest kurz dabei sein konnte und den Sonnenaufgang miterlebt hat! 

Am nächsten Tag lecken wir unsere Wunden und erholen uns von einem starken Kater. Aber alle sind wir uns einig: ES HAT SICH GELOHNT! 


Am letzten Tag starten wir noch eine große Tattoosession. Martin lässt sich sein Oberarmtattoo in 4.5 Stunden fertig machen, die Hardsau! 


Am nächsten morgen verabschieden wir uns von Ben und den Hunden, um 15 Uhr geht unser Speedboot zurück zum Festland und da wartet unser Nachtbus zurück nach Siam Reap. 

Am Hafen erfahren wir, dass heute keine Boote starten konnten weil durch den Wind so große Wellen waren. Die Polizei hat eine Abfahrtssperre ausgesprochen. Aber unser 3 Uhr Speedboot kommt…. nur halt verspätet. Wann? Das weiß keiner. Wir warten Stunden und keiner kann uns sagen wann und ob das Boot kommt. Die Locals erzählen alle was anderes. Der Typ von der Speedboat Firma ist so stoned das er kein Englisch mehr kann und zuckt nur mit den Schultern. 

Stunden später kommt dann endlich ein Boot! Juhu! Als wir einsteigen, trifft uns fast der Schlag. Das Boot ist komplett überfüllt, keine Sitzplätze mehr frei. Wir quetschen uns noch stehend dazu aber das kommt uns alles sehr gefährlich vor. Schwimmwesten? Fehlanzeige! 

Wir fahren zu einem weiteren Hafen, an dem angeblich Leute aussteigen. Das Boot wackelt und schwankt – im Fullspeed Modus schießt es uns in die Luft und mit einem festen Schlag wieder auf den Boden. Hölle! Die ganzen Leute schreien, wir kriegen kaum Luft. Die Szene erinnert an die Flüchtlingsboote im Mittelmeer. Beim nächsten Stop steigen zwar echt ein paar aus, aber doppelt so viel ein. Ich und Isi haben uns einen Sitzplatz in der ersten Reihe geschnappt und an uns drengen sich immer mehr Leute rein ins Boot, mittlerweile wird es schon dunkel. Immer mehr Leute. Keine Luft. Man hört Menschen schreien: „Thats dangerous“ „too many people“ „you cant do that!“ Der Crew ist das offensichtlich scheiß egal. Ich bekomm eine Panikattacke. Mir wird so schwindelig, krieg keine Luft mehr, mir wird total schlecht und meine Hände werden so taub, dass ich sie nicht mehr spüre. Herzklopfen. Schwindel. Herzklopfen. Das Boot startet wieder und wir fetzen durch die riesigen Wellen durch die finstere Nacht. Wasser spritzt auf uns, unsere Rucksäcke an Deck sind mittlerweile schon klatschnass. Isi und ich krallen uns aneinander fest. Alle paar Sekunden fliegen wir über eine Welle in der es unsere Körper aus den Sitzen hebt und wieder mit voller Wucht wieder zurück und wieder rauf und wieder runter. Alles tut uns schon weh… ich spür meine Hände nicht…. Wir haben wirklich Todesangst. Wie oft muss ich auf dieser Reise noch an meine Grenzen gehn?? Das Boot ist ständig in Schieflage und ich versuch mit voller Kraft nicht dran zu denken, dass wir uns hier überschlagen. Wir können zwar schwimmen aber auf offenen Meer ohne Schwimmweste bei den großen Wellen… haben wir wahrscheinlich alle keine Chance. Isi und ich krallen uns aneinander, schreien und schluchzen. Meine Gedanken: wir schaffen das. wir schaffen das. Es ist komplett finster. Irgendjemand holt sein Handy raus, der Kapitän schreit: lights off! lights off! i cant see!!! 

Hinter uns sagt ein Typ er sieht Lichter. Es kann nicht mehr lange sein. „if the boat doesnt break“. 

Nach 1.5 Stunden Todesangst erreichen wir tatsächlich das Festland. Der Motor stoppt. Alle Klatschen und Jubeln. Isi und ich sind der Ohnmacht nahe. Wir haben es überlebt!!!! 

Abenteuer, Paradies, Lachen und ganz viel lieb haben

Heute gehts mit dem Nachtbus 9 Stunden nach Sihanoukville an die kambodschanische Küste. Sleepingbus Luxury. Was „Luxury“ heißt, wissen wir schon von Nepal… das heißt meistens so ca. europäischer Standard. Auch nicht ganz… aber jedenfalls um einiges besser als die normalen Verkehrsmittel hier. Wir sind gespannt… ziemlich angeduselt (mittlerweile ein Dauerzustand) kommen wir am Busbahnhof an. Die Betten sind wirklich ganz okay, nur leider viel zu kurz für Laurent. Wie immer. Die Asiaten sind halt wirklich viel viel kleiner. haha 

Ganz schräges Gefühl in einem fahrenden Bus liegen. Alles schaukelt. Schlafen können wir leider trotzdem kaum. Der Busfahrer hört laut Musik und Laurent und ich haben die erste Kabine ganz vorne. Ohropax sind im großen Rucksack im Kofferraum. Naja egal, schlafen wird überbewertet, das haben wir auf unserer Reise auch schon gelernt. Gewitter beobachten hat auch was. Aufeinmal wirds schon hell und wir sind da. 

Endlich am Meer! Fix und foxy… aber glücklich! 

Wir können erst um 13 Uhr ins Zimmer… also erstmal am Strand chillen und Schlaf nachholen. Die Jungs trinken um 10 Uhr morgens schon ein Bier..naja wir sind ja im Urlaub, ne! 🙂


Die Jungs wollen auch unbedingt ein Foto mit den Beachgirls. 

Wir chillen den ganzen Tag an dem wundervollen Strand, das Wasser ist soo warm und seicht … da kann man stundenlang im Wasser sein. Die Strände hier in Shinoukville sind nicht übermäßig touristisch, aber trotzdem super sauber und viele chillige, günstige Bars und Restaurants. Und: wundervolle Sonnenuntergänge ❤

Schöner kanns fast garnicht mehr sein. Wir genießen die Zeit zusammen, es ist so schön wie unsere Gruppe harmoniert. So entspannt und wir lachen soooo viel zusammen. 

Am nächsten Tag gehts früh morgens mit dem Boot raus zu den kleinen Inseln hier vor der Küste. 

Erster Stop ist bei einem kleinen Korallenriff zum Schnorcheln. Die Korallen sind groß und wunderschön, aber leider ausgebleicht. Die Auswirkungen von Klimaerwärmung und Tourismus spürt man hier leider auch. Dafür sehen wir viele kleine und große Fische, riesige Seeigel und wundervolle (pastell) Korallen. 

Der nächste Stop ist auf einer wundervollen, unberührten Insel.

Wir baden in dem kristallklaren Wasser und lassen die Seele baumeln. 

Nach einem kleinen BBQ auf dem Boot gehts zu wunderschönen Felsformationen, wo die mutigen Klippenspringen dürfen. Ich hab leider einen Sonnenstich abbekommen, hab brennendes Kopfweh… ob ich mich sonst getraut hätte? Ich weiß nicht… mit Hilfe von einem Mut-Bier vielleicht schon. Isi, Adrian und Martin trauen sich! Fazit: ein Wahnsinnserlebnis!! 

Martin ist davon so im Adrenalin Rausch, dass er sich Zuhause einen Schnauzer rasiert. Jetzt wo er zu den Draufgängern gehört, muss der passende Style dazu! 

Abends lassen wir den Tag bei Billiard und Cocktails ausklingen. 

Am nächsten Morgen borgen wir uns Mopeds aus um zu einem Wasserfall hier in der Nähe zu fahren. Die Mopeds haben schon bessere Zeiten gesehen, Laurent und meins hat keine funktionierende Rückbremse. Bei den Straßen hier, saugefährlich. Aber ja, geht nicht anders, wird schon gehen. Man lernt in solchen Ländern einfach Kompromisse und Risiken einzugehen, weils oft einfach nicht anders geht und die Umstände hier „ganz normal“ sind. 

Getankt wird Petrol aus der Glasflasche. 

Der Weg zu den Wasserfällen führt uns durch Sihanoukville, der Verkehr ist zwar Rechtsverkehr aber trotzdem nicht so easy. Die Straßen sind voller Schlaglöcher und Sand. Uns Beifahrerinnen tut nach kurzer Zeit schon der Popsch weh. Wir kommen an Müllbergen, Slums und super lustigen Gefährten vorbei. Hier wird ALLES mit Mopeds transportiert. Ein Typ fährt mit einem großen weißen Hund am Moped vorbei, eine Family zu viert am Moped, ein Kind am schlafen, das zweite wird während der Fahrt gefüttert. Einer transportiert eine riesige Schiffsschraube auf seinem Roller. Göttlich. 

Nach einer dreiviertel Stunde schickt uns unsere App auf eine unbefestigte Straße. Eine rote Sandpiste, mitten ins Nirgendwo mit riesigen Schlaglöcher. Uns kommt ein kleiner Truck entgegen der über die Schlaglöcher rumpelt. Am Deck stehen ein paar junge Männer die uns skeptisch anblicken, auch die denken sich wahrscheinlich was wir hier bitte machen. Die Straße wird immer schlimmer und als uns fast der Hinterreifen wegrutscht, streck ich mein linkes Bein aus um zu stabilisieren. Dabei hau ich mir die metallene Fußstütze so in die Wade, dass mir die Tränen in die Augen schiessen. Fuck. Stehen bleiben und schaun ob der Muskel gerissen ist (so hat sichs angefühlt). So schlimm wirds schon nicht sein, aber man sieht sofort dass das ein fetter blauer Fleck wird. Da sehen wir zwei weitere Mopeds auf uns zu kommen. Sie bleiben stehen und schauen uns an. Dann drehen sie um und fahren wieder. Irgendwie stresst uns das. Martin hat gelesen, dass gerade in ländlichen Gegenden die Menschen schwer bewaffnet sind in Kambodscha und Überfälle öfter vorkommen. Laurent und Isi schauen zu Fuß ein Stück weiter ob die Straße hinter der Kurve besser wird. Martin rutscht auf der sandigen Piste aus und schürft sich den Fuß auf. Das wars jetzt. Scheiss auf den Wasserfall. Bis wir dort sind, schaffen wirs im Hellen nicht mehr zurück. Safety first! Wir drehen um und fahren zurück. Aber ein Abenteuer wars allemal!!! ❤

Abends sitzen wir am Strand, essen, trinken, hören Musik, reflektieren die Erlebnisse und gwatschen über unsere Leben. Wie haben wir uns eigentlich alle kennen gelernt? Wir lachen zusammen und haben uns sooo sooo lieb. 

Kambodscha – wieder eine ganz andere Welt

Nach unserem kurzen Flug von Bangkok nach Siam Reap sind wir gut in Kambodscha angekommen. Der Flughafen ist winzig, sauber, modern und im traditionellen Baustil mit spitzen Dächern. Die Einreise mit Visa on Arrival geht super schnell und unkompliziert. Laurent und ich stehen in der Schlange, sehen uns an und denken das selbe: „so schnell ging das ja noch nie“. 

Gut gelaunt, aber super müde von unserem thailändischen Partymarathon, trinken wir am Flughafen noch ein Bier, auch untypisch… normal wollen wir immer so schnell wie möglich weg von den stressigen Airports. Aber die Atmosphäre hier ist entspannt, relaxt, ohne Hektik. Im Taxi sehen wir aus dem Fenster. Irgendwas ist komisch. Auf einmal merken wirs: Rechtsverkehr!! Wie schräg auf einmal den Fahrer wieder links sitzen zu haben und auf der rechten Straßenseite zu fahren! Laurent und ich zerkugeln uns. Sooo das komische Gefühl nach 1.5 Monaten im Linksverkehr, kommt uns das rechts fahren so unnatürlich vor. Wie sollen wir uns jemals wieder im österreichischen Verkehr zurecht finden? Kann man Autofahren in 3 Monaten verlernen? 

Auch neu und anders hier: American Dollar. Hier wird nicht in der einheimischen Währung gezahlt, nein hier sind alle Preise in Dollar. Nur unter 1 Dollar wird mit dem einheimischen Riel bezahlt bzw rausgegeben. Das ist mal verwirrend. Oft bekommen wir einen Teil in Dollar und einen Teil in Riel retour. 1 Dollar sind ca. 4000 Riel. Na da zahlen wir ja dann doch lieber mit Dollar, als mit den hohen Rielscheinen. Mittlerweile ist das ja nun schon unsere 4. Währung. Jedesmal wieder eine Herausforderung, ein Gespür dafür zu bekommen. 

Unser Hostel is super chillig und wir relaxen erstmal ein bisschen. So schön, wenn man zu sechst unterwegs ist, kann man stundenlang zusammen sitzen, quatschen, trinken… ohne das einem auch nur eine Sekunde langweilig wird. 

Adrian erfährt seine positive Benotung auf seine erste Hagenprüfung! Juhuuu! Ein Grund zu feiern! 

Dann erkunden wir Siam Reap. Eine gemütliche, kleine Stadt. Wir fühlen uns gleich total wohl hier. Die Locals sind total lieb und entspannt, und nicht so fake wie die Thais. 

Auch wenn alles immer super billig ist, müssen wir schon aufs Geld schaun. Bier um 1 Dollar, Cocktails um 2 Dollar und Streetfood um 1-2 Dollar sind aber im Budget und suuuper lecker!! Auch ein Vorteil, wenn man eine große Reisegruppe ist: man kann bei jedem mal kosten! 

Am nächsten morgen schlafen wir bis mittags. Das ganze feiern steckt uns noch in den Knochen. Herrlich ausgeschlafen und nach einem super leckeren Frühstück machen wir Mädels einen Ausflug zu dem Floating Village nähe Siam Reap. Hier leben die Menschen auf Stelzbauten am Wasser. Auf der Fahrt dorthin sehen wir die Einheimischen bei ihrem Alltag, die kleinen Kiddies, Hunde, Kühe, Tuktuks, Mopeds. Alles sehr entspannt. 


Das Leben am See zu beobachten, ist super spannend. Die Kids sind zuckersüß, winken uns und strahlen uns an. Wir Mädels reden darüber, wie glücklich hier alle erscheinen… Lebensumstände die wir uns im Traum nicht auf Dauer vorstellen könnten, aber hier ganz normal und die Menschen wirken zufrieden. Ganz anders, als die Armut der wir in Indien begegnet sind. 

Auch das Streetfood ist hier ne Spur  anders: frittierte Schlangen, Hühnerfüße, Schrimpspuffer … wir traun uns nicht zu kosten. 

Die süßen kambodschanischen Kids 

Am Rückweg kommen wir zufällig bei einer Hochzeit vorbei! Was für ein Glück. 

Wir fragen unseren Tuktukfahrer, der uns schon ans Herz gewachsen ist, ob er auch verheiratet ist. Er verneint traurig. Er hat einen Gehfehler uns deshalb wollen ihn die Frauen nicht. Und wenn er mal eine findet die ihn mag, dann ist er ihr zu arm. No Money, no wife. Sad world. Er sagt aber, er ist froh das er seine Freunde hat und braucht keine Frau. Auf den Armen hat er auf Khmer „thank you mum&dad“ tattowiert. So ein lieber Kerl. 

Aufeinmal taucht ein bunter Regenbogen am Horizont auf. Wundervoll. 

Bangkok has us now (again)

Heute kommen endlich unsere Freunde an. Martin, Tanja, Isi, Adrian, Eva und Andi. Zu sechst. Soo lange freuen wir uns schon auf sie! Nach unserer Rechnung sollten sie um 13 Uhr sowas im Hotel ankommen. Sehnsüchtig warten wir an der Poolbar, es regnet..  oh nein! Adrian wird sauer sein, er hat mich gestern extra noch angerufen ob er ne Regenjacke braucht und ich hab „nieeemals“ gesagt. 

Jetzt regnets schon seit 2 Stunden und sie sind immer noch nicht da. Wir sitzen wie auf Nadeln. Endlich ruft mich Adrian an, sie sind in der Lobby und brauchen mich zum einchecken! Juhuuu!! Endlich. Ich steh im Lift und fahre die 6 Stockwerke runter zur Rezeption. Mein Herz klopft und meine Hände zittern. Die Tür geht auf und Adrian steht vor mir! Aaaahhhh da sind sie ja alle!!! Wir kreischen und fallen uns alle in die Arme!! Ich kann’s garnicht glauben, wieeee schön sie endlich wieder in die Arme zu schließen! Wir können alle garnicht aufhören zu grinsen und ich muss alle immer wieder umarmen und angreifen. Sooo soo schön!!!!!

Alle hoch zur Bar, Laurent drücken, ankommen und die ersten Cocktails schlürfen! 

Es gibt ja sooo viel zu erzählen! In den 6 Wochen in denen wir jetzt unterwegs sind, ist zuhause auch ganz viel passiert! Bewerbungsgespräche, neue Jobaussichten, Wohnungsumgestaltungen, Trennungen, Gossip, Uni, neues Semester, Bachelorthemen, …. und und und. 

Und dann gehts: Raus auf die Khaosan Road

Andi, Eva, Laurent und Martin sind mutig und kosten einen Skorpion am Spieß.


Nach einigen (vielen…sehr vielen) Drinks gehts mit einer spektakulären Tuktuk Fahrt zur Soi Cowboy! 


Die Soi Cowboy ist das Rotlichtviertel in Bangkok. Hier reihen sich die Stripclubs, Sexshows, Pingpong Shows („Pussy smokes cigarette“ „Pussy writes letter“ „Pussy electro“ um nur einige „Acts“ zu nennen) und die ganzen Girls auf der Straße aneinander. 


Dann wieder zurück auf die Khaosan Road… Parteyyy! Der Rest ist ziemlich verschwommen. Lustig wars, soviel wissen wir noch. haha 

Am nächsten Morgen sind nur die armen Studenten und Arbeitslosen beim inkludierten Frühstücksbuffet. (Hallooo? Gratis Frühstück!!) Alle andern pennen bis nach Mittags. 

Wir zeigen den Anderen den Chatuchak Weekend Market, Eva & Andi machen derweil eine Bootsfahrt am Fluss. Wir sind alle ziemlich verkatert. Abends wollen wir gemeinsam auf eine Rooftopbar. Es gibt in Bangkok nur eine (!) in der man mit legerer Kleidung (Flipflops, kurze Hosen, usw.) reinkommt. Dort angekommen heißt es: today closed. Geschlossene Gesellschaft. Was für eine Gemeinheit! Also wieder zurück zu unserer Partystraße und auf den Frust erstmal einen trinken! 


Am nächsten Morgen fühlen wir uns echt wie bei Hangover 2. Verkatert stehen wir vorm Hotel und rekonstruieren die letzte Nacht. Da spricht Martin jemand an: „Heeey Mate, I remember youuu!“ hahaha

Wir verabschieden uns von Eva&Andi die nun nach Vietnam weiter reisen. 😦 

Und chillen den restlichen Tag am Pool, lassen uns massieren und testen uns durch das Streetfood. 



Morgen gehts nun weiter nach Kambodscha! Neues Land, neues Abenteuer! Und mit unseren Lieben! Wie schön, dass ihr jetzt hier bei uns seid und wir die Erlebnisse teilen können! 💓

Salt in the air – Sand in my hair 

Unsere Planänderung früher von Indien abzuhauen, hat uns auf die wunderschöne, thailändische Insel Koh Samet gebracht. Nun sinds doch ganz offiziell vier Länder statt drei. Und wir sind so glücklich darüber. 
Koh Samet ist nur 3 Busstunden und eine halbe Stunde mit der Fähre von Bangkok entfernt. Die ganze Insel ist Nationalpark und obwohl der Tourismus auch hier in den letzten Jahren zugenommen hat, gibt es immer noch traumhaft ruhige Buchten, Dschungel und es sind hauptsächlich Thais die hier ihren Urlaub verbringen. 

Die Tage hier auf der Insel tun uns gerade sooo gut. Wir schlafen bis mittags (haben wir in den letzten 5 Wochen NIE gemacht), frühstücken lecker bei Bilbo (einem Briten der hier her ausgewandert ist, er hat auch schon fast die ganze Welt gesehen, wir quatschen über unsere Reisen, Erfahrungen und unsere Leben, er hat sich in die thailändische Sonne und in ein thailändisches Mädchen verliebt, und die zwei führen seit 6 Jahren das gemütliche Café mit dem besten Frühstück ever!).

Der Dreadhead ist Bilbo: 

Wir leihen uns ein Moped und erkunden damit die Insel! So cool, wenn man endlich mal wieder selber fahren kann, flexibel ist und umgebunden. Der Linksverkehr ist auf so einer Miniinsel (7km lang und 3km breit, mit nur einer Straße) auch kein Problem. 

Die Strände sind traumhaft, super weicher, feiner, weißer Sandstrand und türkises, glasklares Meer. Und überall sooo supersüße, verschmuste Straßen- bzw. Strandhunde. Wir sind sooo verliebt! 

Zeit zum Lesen, entspannen, erholen… die Nordindienerlebnisse stecken mir noch in den Knochen. Ich denk viel darüber nach, wie ich damit umgehen soll. Nur weil ich da weg bin, ist ja die Situation dort nicht anders. Anfangs hab ich mir mit dem „genießen“ und „loslassen“ sehr schwer getan… ich fühl mich einfach so privilegiert und hab das Gefühl ich „darf“ das alles hier nicht genießen… wieso gehts mir so gut und so vielen anderen so schlecht? Bei dem Gedanken fühl ich mich einfach nicht gut … aber ich kanns ja nicht ändern. ICH kann nichts dafür, dass unsere Welt so schrecklich unfair ist. Und ich fühl mich so machtlos… der einzige Weg, mich wieder gut in meiner Haut zu fühlen ist einfach dankbar für das alles zu sein. Und mich auf das ganze Gute auf dieser Welt zu fokussieren. Auch wenn so viel Schlimmes und Ungerechtes auf unserem Planeten passiert, gibts ja mindestens genauso viel Schönes!!! Diese wundervolle Natur, die wunderbaren Menschen und die tollen Projekte… es ist natürlich wichtig, nicht weg zu sehn und aufzustehen, aber genauso wichtig ist es das ganze Positive zu sehn und dankbar und glücklich zu sein! 

Im Meer, lass ich mich vom Salzwasser auf der Oberfläche treiben. Meine Ohren sind unter Wasser, es ist ganz leise. Ich schmeck das Salz und rieche die salzige warme Luft. Oh gott wie ist das herrlich. Einfach loslassen. 

Abends sehen wir die Feuershows am Strand! Wow, wie beeindruckend! 1000 Feuerfunken ❤


Mittlerweile sind wir fast bei der Hälfte unserer Reise angekommen. 6 Wochen sind wir nun schon unterwegs. Langsam kommen auch Gedanken an zu Hause hoch.. ich plan schon die Umgestaltung unseres Wohnzimmers. Haha. Das Kreative fehlt mir schon… und ich merk jetzt schon, dass wir ganz anders heim kommen werden, als wir gestartet sind. Da muss Zuhause auch Veränderung her. Ich denke über Bachelorarbeit, Master und Zukunft nach. Laurent über Ausbildungen und neue Jobideen.


Ach und die süßen Hundebabys hier… wir spielen den ganzen Tag mit ihnen…und können uns kaum trennen. 

Als wäre Hundekind alleine noch nicht süß genug, spielt noch ein Menschenkind mit. Zum knutschen!!! 

Soo unglaublich schön hier…. unsere Seelen fühlen sich wieder richtig wohl in unserer Haut ❤

Und außerdem freuen wir uns schon sooooo auf unsere Freunde die uns übermorgen in Bangkok besuchen!!! Juhuuu endlich ist es soweit! Wir zerplatzen fast vor Vorfreude! Ein neues Abenteuer wartet! 💕

Bangkok – Vergnügen & Konsum

Bangkok ist nach einem Nordindien Kulturschock wahrscheinlich der beste Ort um sich wieder „normal“ zu fühlen. 

Es ist einfach das krasse Gegenteil im Vergleich zu der Welt aus der wir gerade kommen. 

Hier geht es hauptsächlich um Vergnügen und Konsum. Hier bekommst du alles!!! Von billigen Hostels bis Luxushotels, günstigen Streetfood zu noblen, teuren Restaurants, tausende Märkte mit günstigen Klamotten und allem möglichen Klimbim und Luxuseinkaufzentren. Frittierte Skorpione, Spinnen, Kakerlaken und Co am Spieß, maßgeschneiderte Anzüge, Massagen zum Spottpreis, Sextoys, Viagra, Sexshows, Prostituierte,… 

Der Verkehr ist sooo leise und geregelt, keiner hupt mehr, alles gleitet dahin. 

Jeder ist freundlich und lächelt… da fühlt man sich wieder sicher und gut aufgehoben. Außerdem sooo viele Touristen… da geht man schön unter… das tut grad richtig gut. 

Ich war vor 4 Jahren schon mal hier, also das typische Sightseeing-Programm kenn ich schon, Tempel und dreckige Flüsse hatten wir auch genug in den letzten 5 Wochen… also was tun? 

Erstmal haben wir uns von dem Stress, Dreck und den intensiven Gefühlen frei gewaschen. Eine saubere Unterkunft, Wäsche waschen, ein frisches kuscheliges Bett und eine heiße, saubere Dusche! Himmel auf Erden!!! 

Wir wohnen in der Nähe der Khaosan Road – DIE Backpacker und Partystraße. Wahnsinnig touristisch, aber wie gesagt genau das haben wir gerade nötig. Wir testen uns durch das leckere Essen, die frischen Früchte (Papaya, Mango, Ananas, Melone..) und das thailändische Bier -endlich haben wir wieder Appetit und beobachten das bunte Treiben! 

Wir besuchen die verrückten, riesengroßen Einkaufszentren, auch wenn wir nix kaufen – sehenswert ist das allemal! Und den Chatuchak Weekend Market. Das ist ein Labyrinth an Ständen wo man wirklich ALLES bekommt. Von Kleidung, Essen, Schuhe, Schmuck, Gewürzen, Seifen, Ölen, Brillen, Elektronik, Schals, Tücher, Kunst, Geschirr, Lampen, Haushaltskram, Möbel, Taschen, Bücher, Filme, CDs… ALLES was man sich nur vorstellen kann. Der Markt ist soo groß das man da locker den ganzen Tag verbringen könnte und immer noch nicht alles gesehen hat. Traurig fanden wir die Tierabteilung. Da findet man Welpen, Rassekatzen, Affen, Schlangen, Fische, Schildkröten, Hasen, Meerschweinchen usw. unter katastrophalen Bedingungen. Schrecklich!! 

In Thailand gibt es keine Tierschutzgesetze. Straßenhunde sehen wir hier zwar fast keine, dafür aber ganz viele Katzen. 

Abends spazieren wir am Fluss. 

Nach den Tagen in der thailändischen Megametropole sehnen wir uns wieder nach ein bisschen Ruhe und weniger Konsuminput. Deswegen gehts morgen früh mit dem Bus auf eine Insel! 

DANKBARKEIT

 

Ich bin so dankbar, in Europa, in einem der reichsten Länder der Welt, geboren zu sein. In einem Land, in dem es sauberes Trinkwasser gibt. Sogar unsere Seen haben Trinkwasserqualität. Ich bin dankbar für mein warmes und sauberes Zuhause. Immer Strom und fließend Wasser zu haben. Die Möglichkeit IMMER frische, gesunde Lebensmittel zu erhalten.
Ich bin dankbar, dass ich so wundervolle Eltern habe. Die mir Wurzeln und Flügel mitgegeben haben. Wurzeln, die mich am Boden halten. Die mir Sicherheit und Selbstvertrauen geben. Und Flügel, die mir Mut geben, die mir Kraft und Inspiration verleihen, Dinge auszuprobieren.

Ich bin dankbar, so tolle Geschwister zu haben. Mit denen mich immer ein unsichtbares Band verbindet. Egal wie weit wir voneinander getrennt sind oder gerade im Streit sind. Diese tiefe Liebe verbindet uns IMMER.

Ich bin dankbar, dass ich mir meinen Partner selber aussuchen darf. Das ich selbst entscheiden kann, mit wem ich meine Zeit verbringen will, mit wem ich eine Beziehung eingehen will und wen ich heiraten will. Und ob ich das überhaupt alles will. Ich kann entscheiden und keiner kann mich zu etwas anderen zwingen.

Ich bin dankbar, dass mir alle Möglichkeiten einer guten Bildung offen stehen. Ich mir meinen Beruf selber aussuchen kann und diese Entscheidung immer wieder ändern kann.  Ich kann ALLES schaffen, wenn ich es wirklich will. Weil mir die ganze Welt offen steht. Und das nur weil ich in einem so reichen Land geboren bin. Oft hat mich diese riesige Auswahl an Möglichkeiten in Europa schon gestört, weil es einfach schwierig ist sich zu entscheiden, wenn es so viele Möglichkeiten gibt. Jetzt seh ich es wieder anders. Lieber zu viele Möglichkeiten als garkeine.

Ich bin dankbar, dass ich so viele so wunderbare Freunde und so eine liebevolle Großfamilie habe. Mit denen ich immer eine ganz starke Connection habe. Wir uns füreinander interessieren, uns unterstützen und füreinander da sind. Verständnis haben und uns in schwierigen Zeiten Beistand leisten.

Ich bin dankbar, dass ich in brenzlichen Situationen, in denen ich mich nicht gut fühle, die Möglichkeit habe NEIN zu sagen, den Plan ändern kann, fliehen kann.

Ich bin dankbar, in Österreich als Frau respektiert zu werden. Kein Mensch 2. Klasse zu sein. Mich anziehen kann, wie ich will. Mit Respekt behandelt zu werden, eine Stimme zu haben. Das ist leider nicht selbstverständlich.

Diese Dinge waren mir vorher auch bewusst. Aber jetzt spüre ich diese Dankbarkeit in jeder Faser meines Körpers. Ich habe Glück. Unsagbares Glück. Und dafür bin ich wahnsinnig dankbar.

 

P.S.: Wir sind gut und sicher in Bangkok angekommen. Es ist soo herrlich hier.

Die letzten Erfahrungen werden wohl etwas Zeit brauchen um gut verarbeitet zu werden. Wenn es soweit ist, werd ich vielleicht noch mal ein paar Zeilen Reflexion dazu schreiben.

Aber jetzt: aufpeppeln, erholen, genießen, dankbar sein.

Dem Elend ins Auge blicken

Unser Zug nach Gaya sollte um 5 Uhr morgens abfahren. 3 Uhr aufstehen. Wir können die ganze Nacht nicht wirklich schlafen weils so laut draußen ist. Um 3 check ich im Internet den Zug. 3 Std Verspätung. Also wieder ins Bett und dösen… jede Stunde aufs Handy schaun und die Homepage checken. Verspätung. Immer mehr. Um 9 entscheiden wir uns zum Bahnhof zu fahren. Dort angekommen warten wir noch 3 Stunden. Den richtigen Bahnsteig zu finden ist auch nicht leicht bei ständig verändernder Ankunftszeit und vorallem hab ich am Bahnhof kein Internet um selbst nach zu sehen.

Am Bahnhof weit und breit keine Touristen. Generell haben wir kaum Touristen in Varanasi gesehen. Hier am Bahnhof fallen wir natürlich wieder total auf. Die Menschen starren uns an. Die Inder hier haben grundsätzlich einen finsteren Blick drauf und den verändern sie auch nicht, wenn sie sich direkt vor dich hinstellen und dich mit verschenkten Armen anglotzen. Mich ganz besonders. Es stellen sich 10 Männer vor mich und starren mich an. Mit Blicken die ich fast nicht aushalten kann. Ich zieh mir bei 35 Grad meine Weste an. Vielleicht ist es ja die weisse Haut von der sie nicht die Augen lassen können. In solchen Momenten wünsche ich mir eine Burka her. Damit wäre ich Unsichtbar. Das wäre für mich ein sinnvoller Einsatz. Wenn ich in mein Buch sehe, lese und „abgelenkt aussehe“ kommen sie immer näher zum glotzen. Wenn ich aufsehe, gehen sie ein paar Schritte weg. Was das für Gefühle in mir auslöst…. ich kanns nicht beschreiben…Angst, Unbehagen, Mitleid? … dem Stand zu halten mit der ständigen Ungewissheit kommt der Zug, sind wir am richtigen Bahnsteig… ich muss mir mental so gut zu reden um nicht die Nerven zu verlieren. Als ich grad mein Frühstück esse, einen kleinen trockenen Muffin, kommt einer der vielen verkrüppelten Bettler zu mir und streckt die Hand aus. Ich geb ihm den Muffin. Eine Stunde später ein kleines, dreckiges, verfiltztes, fast nackiges Mädchen… streckt die Hand zu mir aus und deutet auf ihren Mund. Ich geb ihr unsere letzten Kekse. Das wars mit Frühstück für uns. Der Appetit ist uns eh vergangen.

Endlich kommt der Zug! Hoffentlich ist er auch wirklich der Richtige. Rein mit uns und auf unseren gebuchten Platz in der Sleeper Class (eine der günstigsten Klassen). 

Eigentlich ganz witzig da oben und aus dem offensichtlichen Blickfeld von den lüsternden Männern. Aber Laurent hat kaum Platz. Is halt für kleine Inder gemacht. Nach 4 Stunden Fahrt und bangen (Wo müssen wir aussteigen?? Wir haben ja nicht mal ein Fenster und Durchsagen gibt es auch keine. Die Leute rund um uns können entweder kein Englisch oder wissen auch  nicht wann Gaya kommt) schaffen wir es tatsächlich am richtigen Bahnhof vom Zug zu springen. Jetzt noch eine 30 minütige Tuktuk Fahrt nach Bodhgaya bzw in das Dorf in dem die Schule liegt. Der Fahrer kann kein Englisch und erst nach 20 Minuten merken wir dass er offensichtlich nicht weiß wo unser Hostel und die Schule ist. Mit durchfragen schaffen wir’s letztendlich doch. Es ist schon fast dunkel und wir sind am Ende unserer Kräfte.

 Im Charityprojekt ist keiner anzutreffen. Der deutsche Gründer ist in Germany und der indische Kollege nicht da. Der Bruder des indischen Chefs kann auch kein Englisch aber bringt uns zumindest in unser Zimmer. Das Zimmer ist dreckig und abgefuckt. Im Klo das Durchfall vom Vorgänger, die Kissen gelb, fleckig mit Haaren drauf und im ganzen Zimmer riecht es nach Misthaufen. 

Wir machen uns nochmal zu Fuß auf den Weg ins Dorf um irgendwo etwas Essbares zu finden. Es gibt offensichtlich nur Streetfood mit so vielen Fliegen darauf, dass wir uns einfach nicht trauen dort was zu essen. Jetzt sind wir wirklich im wahrhaften Elend angekommen. Irgendwann finden wir was, dass sich „Restaurant“ nennt. Dort essen wir fettige Nudeln und Tomaten-Käse-Toast. Schmeckt eigentlich nicht aber der Hunger ist stärker. 

Das Dorf in dem wir hier sind, liegt in Bihar, das ist der ärmste Bundesstaat Indiens. 

Nachts können wir nicht schlafen. Sooo laut. Das hupen, die Musik, das Beten über die Lautsprecher…. und dann der Gestank dazu. Unser Zimmerfenster geht zum Kuhstall raus.

Am nächsten Morgen hab ich Durchfall. So schlimm dass ich nicht vom Klo wegkomm. Jetzt wirds Zeit für die Immodium. Hier in dem schmuddeligen dunklen Zimmer darf ich nicht bleiben, da verlier ich sonst echt die Nerven. Ich brauch Ablenkung. Also raus ins Dorf, die Tempel besichtigen. In Bodhgaya hatte Buddha seine Erleuchtung. Deshalb pilgern hier die Buddhisten alle her. Der Weg durch die Strassen ist wieder mit Elend, Dreck und finsteren Blicken mir gegenüber geprägt. „Durchhalten  Linn, Stark sein“ wird mein neues Mantra. 

In den Tempel dürfen wir nicht rein, weil hier auch ein Terroranschlag war und wir die Handys nicht mit rein nehmen dürfen. Also doch lieber „Restaurant“ suchen. Dort esse ich Plain Rice und trink einen Ingwertee. Renn 3x zwischendurch aufs Klo. Ach Gott wie mühsam… 😦 

Beim Weg zurück wird mir wahnsinnig schlecht. Die ganzen verschiedenen Gerüche, vom Rauch, verfaultem Obst, Kuhkacke, Kanal,  etc. machens auch nicht besser. Ich versuchs so lang wies geht auszuhalten und kotz letztendlich aufn Marktplatz. Ich kotz mir die Seele aus dem Leib. Jetzt ist echt mein Tiefpunkt. 

Zurück im Hostel reden Laurent und ich über das Erlebte. Ich bin so aufgelöst durch den Schlafmangel, die Magen-Darmbeschwerden… den ganzen Eindrücken. Mir kommen die Tränen. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich fühl mich so verloren. So unfrei. So schlecht. Ich seh keinen Ausweg. Wie soll ich das noch 2 Wochen aushalten? Laurent gehts körperlich gut und auch mental ist er stärker als ich. Aber ihm geht das Elend natürlich auch nahe. 

Ich schreib meiner Freundin Betti die meine Flüge verwaltet und frage ob umbuchen möglich ist. Ich muss hier weg. Ich schreibe meinen Eltern und frage nach Rat: Durchhalten oder Abhauen? Die Antwort: Definitiv Abhauen und besser sofort! Auch meiner besten Freundin klage ich mein Leid, ihre Antwort: Linn das ist eure Reise und eure Zeit, wieso wo bleiben wo man sich nicht wohlfühlt. Du bist ja frei.  Da kommen wieder die Tränen. Wie recht sie alle haben! Frei habe ich mich seit wir hier in Nordindien angekommen sind, keine Sekunde lang gefühlt. Also Betti sofort das Ok gegeben: bitte umbuchen!!! Die gute Seele hat alles in ihrer Macht stehende (und in unserem Budget liegende) gemacht und uns auf einen Flug in 5 Tagen umbuchen können. 5 unerträglich lange Tage. Aber besser als 15!!! 

Die letzten 5 Tage waren geprägt von Durchfall, Magenschmerzen, Nierenschmerzen, Übelkeit, nur Wasser und trockenen Toast intus. Kein Wasser, oft Stromausfall, Ratte, Grashüpfer, Käfer, Spinnen im Zimmer. Nachts draußen jaulende Revierkämpfe der Strassenhunde. Hab ich den Gestank schon erwähnt? 

Der Kuhlstall neben unserem Fenster

Die anderen paar Backpacker die es auch hier her verschlägt, bestätigen mich alle. So schlimm wie hier in Nordindien ist es nirgends. 

Carlos aus Ibiza ist seit einem Jahr mit dem Rad unterwegs. Von Spanien nach Australien. Der ist vielleicht cool drauf. Waren echt super interessante Gespräche mit ihm über Themen Kulturschock, seine durchreisten Länder und Heimweh. 

Auch ein Deutscher Auswanderer, der Zuhaus alles verkauft hat und seit einem Jahr durch Indien reist… sagt ihm zieht das Elend hier auch echt besonders runter. Auch mit ihm haben wir interessante Gespräche. Die finden zwar alle auf der Strasse am Boden statt, weil zum sitzen gibts hier garnix. Aber gut, hauptsache bisschen Kontakt und Möglichkeit sich auszutauschen. 

Die Schule 

Am letzten Tag gehts mir körperlich wieder halbwegs gut, zwar noch keine Energie, aber zumindest keine Schmerzen mehr. Endlich sehen wir mal die suuuuper süßen Kids hier!!! 

Die Schule ist ein Charity Projekt in dem die Ärmsten der Ärmsten Unterricht und eine warme Mahlzeit bekommen. Tolle Sache und die Kinderaugen lassen mich wieder strahlen. 

Am Nachmittag holen wir die Tempel Besichtigung nach. Shravan (der 13 jährige Bibliothek Aufseher) ist super süß und hat sich die letzten Tage mit uns angefreundet. Er fragt ob er mitkommen darf: Ja klar!! 

Buddhastatue 

Buddhistischer Tempel

Heute ist es nun soweit: Endlich können wir dieser Hölle entfliehen!!! Drückt uns die Daumen das alles klappt!!!! 

Unsere Verbündete: eine anhängliche Hündin.

Wie glücklich bin ich den starken Laurent an meiner Seite zu haben. Hätte er auch geschwächelt hier, hätte ich dass nicht überstanden. Ich liebe dich mein Schatz! Bis zum Mond und zurück.