Abenteuerliche Busfahrt nach Pokhara

Vollmond. Ich kann nicht schlafen. Um 6 Uhr kommt unser Taxi, dass uns zum Busbahnhof bringt wo unser Bus nach Pokhara abfährt. Draußen bellen die Straßenhunde. Laurent neben mir glüht aber schläft. Ich wälze mich hin und her, steh noch mal auf und hol mir mein Buch und lese ein bisschen. Bringt auch nichts. Mein Margen knurrt, vielleicht ist es Hunger? Ich hole mir einen Müsliriegel aus meinem Rucksack, den mir meine Mama noch heimlich eingesteckt hat. Laurent wird munter und lacht mich aus: „Ahaaa Mitternachtssnack?“. Irgendwann dös ich ein und dann läutet auch schon der Wecker.

Die Busfahrt raus aus Kathmandu führt uns vorbei an Slums… Müllberge und Rauch prägen das Straßenbild. Die Aircondition ist so eiskalt, dass wir bereuen nichts wärmeres angezogen zu haben. Je weiter raus aus Kathmandu, desto steiler bergauf geht es. Es ist die Hölle los auf den Straßen und alle fahren kreuz und quer. Wir bewundern unseren Busfahrer der bei dem Verkehr so ruhiges Blut bewahrt und die ganzen Mopeds die sich bei uns vorbeischlengeln nicht über den Haufen fährt.

Wir kommen immer höher, uns verschlägt es die Ohren und es breitet sich eine beeindruckende Bergkulisse mit idyllischen Reisfeldern vor uns aus.

Wir fahren durch kleine Dörfer und sehen die Einheimischen beim Wäschewaschen, Autos reparieren, Häuser bauen, Kochen und die Kinder auf der Straße einseifen. Kühe, Hunde, Ziegen laufen neben bzw auf der Straße. Kühen weicht unser Busfahrer genauso gekonnt aus wie den ganzen Gefährten die uns entgegen kommen. Wenn man in Nepal eine Kuh umbringt, kommt man mindestens 2 Jahre ins Gefängnis. Die Straßen sind holprig und uns hebt es aus den Sitzen. Rechts und links neben der Straße geht’s hunderte Meter abwährts. Es ist kurvig und der Verkehr wird nicht weniger. Alle fahren so schnell wies geht, jeder scheint im Stress zu sein. Gefährliche Überholmanöver in den engen, unübersichtlichen Kurven lassen uns zittern, aber irgendwie geht sich immer alles aus.

Wir versuchen einfach zu vertrauen und zu schlafen. Nach einer Pinkelpause (die Toiletten sind einfach nur stinkende Löcher im Boden) und einer Frühstückspause (gebratener Reis mit frittiertem Fisch) wird es so unglaublich heiß im Bus und genau jetzt fangt die Klimaanlage zum streiken an. Nun schwitzen wir und der ganze Bus fängt zu müffeln an. Nach 9 (!) Stunden Busfahrt kommen wir ENDLICH in Pokhara an. Durch die schlechte Luft und die Hitze im Bus haben wir brennendes Kopfweh und sind fix und foxy. Unser Taxifahrer bringt uns zu einer steinigen, unbefestigten Straße und sagt er kann da nicht rauf wir müssen den Rest zu Fuß gehen. „Only two minutes“… wir laden uns unsere schweren Rucksäcke auf und maschieren den Berg hoch. Aus den 2 Minuten wurden 30 Minuten steil bergauf- mein Kopf hämmerte und mir wurde schwindelig. Als wir endlich bei unserem Guesthouse Hidden Paradise ankommen (sehr treffender Name, versteckter geht’s fast nicht) werden wir freundlich begrüßt und eingeladen mit der Familie gemeinsam zu Abend zu essen. Unsere Mägen knurren und das Kopfweh lässt einfach nicht nach… nach zwei Stunden kommt auf einmal die ganze Verwandschaft in festlicher traditioneller Kleidung und es wird Musik gespielt und Sprühkerzen angezündet. Die kleine Tochter von der Guesthouse-Mum feiert ihren 5. Geburtstag!

Was für eine Ehre bei der Party dabeisein zu dürfen! Uns hüpft das Herz, es wird gesungen und gejubelt und wir kriegen ein Stück vom Geburtstagskuchen und lecker Nepali Food. Da sind die Strapazen von der abenteuerlichen Fahrt fast vergessen. Happy und kaputt fallen wir ins Bett.

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